Dramatischer AuftrittGrünen-Ministerin nach Flut im Frankreich-Urlaub: „Mein Mann hatte einen Schlaganfall“

Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 raubte vielen Bürgerinnen und Bürgern ihr Zuhause. Unzählige Menschen starben. Nun steht die damalige rheinland-pfälzische Umweltministerin in der Kritik – und hat sich entschuldigt.

Wirbel um die Grünen-Politikerin Anne Spiegel (41)! Der Grund: Die ehemalige rheinland-pfälzische Umweltministerin und jetzige Bundesfamilienministerin Spiegel hat im Sommer 2021, kurz nach der Flutkatastrophe an der Ahr, vier Wochen Familienurlaub in Frankreich gemacht.

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat ihren vierwöchigen Familienurlaub nach der Flutkatastrophe im Sommer 2022 als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt.

Anne Spiegel entschuldigt sich: „Das war ein Fehler“

„Das war ein Fehler, dass wir so lange in Urlaub gefahren sind und ich bitte für diesen Fehler um Entschuldigung“, sagte die Grünen-Politikerin am Sonntagabend, 10. April 2022, in Berlin. Zu den Rücktrittsforderungen aus der Opposition äußerte sie sich nicht.

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Spiegel begründete ihre damalige Entscheidung mit dem Gesundheitszustand ihres Mannes und der Belastung ihrer vier Kinder durch die Corona-Pandemie. Sie berichtete von einem Schlaganfall ihres Mannes. Ihre Familie habe den Urlaub gebraucht.

Ursula Heinen-Esser feierte trotz Flutkatastrophe ihren Geburtstag

Ursula Heinen-Esser hatte ihr Amt am Donnerstag (7. April 2022) niedergelegt, nachdem bekanntgeworden war, dass sie wenige Tage nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 mit weiteren Regierungsmitgliedern auf Mallorca einen Geburtstag gefeiert hatte. CSU-Generalsekretär Stephan Mayer (48) forderte nun: „Spiegel sollte sich ein Beispiel an Heinen-Esser nehmen und ihr Amt zur Verfügung stellen.“ Die rheinland-pfälzische Opposition, CDU, Freie Wähler und AfD, forderten ebenfalls erneut den Rücktritt der Grünen-Politikerin.

Spiegel sei zehn Tage nach der Flutkatastrophe mit 135 Toten in den Urlaub gefahren und habe diesen einmal unterbrochen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen, berichtete Kusche. Sie sei zudem ständig erreichbar gewesen und habe auch per Video an den Kabinettssitzungen teilgenommen. Die 41-Jährige, die wegen ihrer vier Kinder auf die Sommerferien angewiesen sei, sei erst gefahren, als ein Krisenstab im Haus eingerichtet gewesen sei, der sich mit der Trinkwasser- und Abwasserversorgung sowie der Müllentsorgung befasst habe. Im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe habe die Ministerin „jede Frage vollständig beantwortet“.

Spiegel sei als Ministerin untragbar, sagte hingegen der CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf. „Eine Landesministerin, die während dieser schweren Katastrophe vier Wochen Urlaub macht, setzt die falschen Prioritäten.“ Der Parlamentarische Geschäftsführer und Obmann der Freien Wähler im Landtags-Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe, Stephan Wefelscheid sagte: „Frau Spiegel ist vor der Verantwortung geflüchtet. Wann zeigt sie endlich Charakterstärke, zieht die Konsequenzen und tritt zurück?“ (dpa)