Eine Berufsgruppe leidet besonders unter dem Fachkräftemangel – mit Folgen für uns alle.
Alarm an der FleischthekeDiesen Job will kaum noch jemand machen

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Die Fleischtheken der Supermärkte halten für Kunden ein breites Angebot an Fleisch- und Wurstwaren bereit.
An der Wursttheke droht bald gähnende Leere.
Dramatische Entwicklung in Deutschland: Bei den Fleischfachverkäufern ist der Personalmangel zuletzt so extrem angestiegen wie in keinem anderen Beruf. Das belegt eine Auswertung vom Kofa (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung), wie die dpa berichtet. Die Ergebnisse sind besorgniserregend.
Im Durchschnitt konnten 2025 ganze 4.665 Arbeitsplätze nicht mit passenden Fachkräften besetzt werden. Das stellt eine Zunahme von über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. „Das sind so viele wie nie zuvor“, erklärt der Kofa-Experte Jurek Tiedemann.
Die Alten gehen, die Jungen fehlen
Ein wesentlicher Auslöser ist die demografische Entwicklung. Über ein Drittel (38 Prozent) des Personals an der Fleischtheke war 2024 über 55 Jahre alt und nähert sich dem Renteneintritt. Während die erfahrenen Kräfte bald weg sind, rückt kaum Nachwuchs nach. Laut Kofa ist die Beschäftigtenzahl in diesem Sektor im Zeitraum von 2017 bis 2024 um beinahe 20 Prozent eingebrochen.
Aber auch in anderen Bereichen wird die Situation immer angespannter. Den zweitstärksten Zuwachs beim Personaldefizit gab es bei den Fahrern von Erdbewegungsmaschinen, die beispielsweise im Straßenbau tätig sind. Hier blieben mehr als 1.500 Jobs unbesetzt. Ebenso vergrößerte sich die Lücke bei Steuerberatern um knapp 27 Prozent, was 2.318 Stellen entspricht.
Experte warnt: Rückgang ist kein Grund zur Freude
Obwohl der gesamte Mangel an Fachkräften geschrumpft ist, sieht Ökonom Tiedemann darin keinen Grund zur Entspannung. Die Reduzierung um fast ein Viertel auf 369.000 offene Arbeitsplätze sei kein gutes Zeichen. „Die Wirtschaft stagniert, Unternehmen schreiben weniger Stellen aus und besetzen Stellen wegen unsicherer Erwartungen nicht immer nach.“
Falls die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnt, ist mit einem noch drastischeren Mangel an Fachpersonal zu rechnen. In reinen Zahlen ausgedrückt sind die Lücken in der Bauelektrik (mehr als 16.200 unbesetzte Jobs) und in der Altenpflege (über 15.200) weiterhin am größten (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

