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EU-Blamage für DeutschlandBei Tarifverträgen hinkt die Bundesrepublik hinterher, Plan fehlt

Forderungen nach Tarifbindung

Copyright: Gregor Fischer/dpa

Deutschland gehört zu den sechs Ländern, die bislang keinen Aktionsplan eingereicht haben. (Symbolbild)

Tarif-Blamage: Deutschland Schlusslicht, Regierung pennt

Es ist kaum zu fassen: In Deutschland hat nicht einmal die Hälfte aller Arbeitnehmer einen Job in einer Firma mit Tarifvertrag. Damit ist die Bundesrepublik ein echtes Schlusslicht in Europa – und obendrauf hat die Regierung eine entscheidende EU-Frist einfach verpennt. Scharfe Kritik dafür kommt vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI), das zur Hans-Böckler-Stiftung gehört.

Die Deadline für die betroffenen Mitgliedsstaaten der EU lief schon Ende 2025 aus. Trotzdem ist Deutschland eines von sechs Ländern, die keinen Aktionsplan vorweisen können. Laut der Untersuchung haben auch Kroatien, Luxemburg, Slowenien, Ungarn und Zypern ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Was heißt das für die Leute hier bei uns?

Tarifverträge sind super wichtig für gerechte Bedingungen im Job. In ihnen werden Gehälter, Arbeitsstunden und grundlegende Schutzrechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verhandelt. Fehlen diese Verträge, zieht man oft den Kürzeren – das spüren auch Tausende von Beschäftigten in Köln und Umgebung.

Die Mindestlohn-Richtlinie der EU zwingt alle Staaten, die eine Tarifquote unter 80 Prozent haben, einen Maßnahmenplan bei der EU-Kommission einzureichen. Deutschland gehört mit seinen 49 Prozent dazu, und die Tendenz ist seit Jahren fallend.

Regierung gelobt Besserung – aber es tut sich nichts

Das ist besonders ärgerlich: Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD eigentlich versprochen, für mehr Tarifverträge zu sorgen, monieren die Verfasser der Studie. Bislang ist aber nichts geschehen. Ein Spitzengespräch mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern im November 2025 endete ohne Ergebnis.

Vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales heißt es dazu nur, man sei dran: „Der Nationale Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen (NAP) wird innerhalb der Bundesregierung weiterhin abgestimmt.“

Überraschung aus Griechenland

Während Deutschland noch überlegt, liefern andere ab. Die Studie nennt ausgerechnet Griechenland als positives Beispiel. Das ist der „Wie bitte?!“-Moment: Obwohl das Land mit einer Quote von nur 28 Prozent sogar noch schlechter dasteht, hat es einen Plan vorgelegt, der die EU-Anforderungen beinahe komplett erfüllt.

Im europäischen Ranking ist Deutschland damit nur Mittelmaß. Länder an der Spitze wie Italien und Belgien schaffen es auf eine Quote von 100 Prozent. Das WSI kritisiert allerdings, dass viele der schon eingereichten Pläne anderer Nationen sich auf unverbindliche Aktionen beschränken und oft nicht mehr als bloße „Absichtserklärungen“ sind. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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