Möglicher Blackout Spezialkräfte der Bundeswehr bereiten sich auf Ernstfall vor

Ein Paar sitzt während eines Stromausfalls bei Kerzenschein in einer Wohnung in Hannover (Symbolbild vom 13. Juli 2011). Spezialkräfte der Bundeswehr bereiten sich auf einen großflächigen und langanhaltenden Stromausfall, einen sogenannten Blackout vor.

Ein Paar sitzt während eines Stromausfalls bei Kerzenschein in einer Wohnung in Hannover (Symbolbild vom 13. Juli 2011). Spezialkräfte der Bundeswehr bereiten sich auf einen großflächigen und langanhaltenden Stromausfall, einen sogenannten Blackout vor.

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wappnen sich Spezialkräfte der Bundespolizei für schwierige Zeiten. Ein mögliches Szenario: der totale Blackout. Wie die Energieversorgung der Bevölkerung gesichert werden soll.

Mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine begann eine Zeitenwende - auch für die Bundeswehr. Seither haben sich nicht nur die Aufgaben und Manöver verändert - auch die Spezialkräfte der Bundespolizei wappnen sich für schwierige Zeiten. „Wir haben unsere Durchhaltefähigkeit erhöht“, sagte Olaf Lindner, der Präsident der Bundespolizeidirektion 11 im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Es geht zum Beispiel darum, bei einem etwaigen Cyberangriff auf die Stromversorgung in Berlin möglichst lange handlungsfähig zu bleiben.“ Denn wenn der Strom ausfalle, funktioniere beispielsweise auch die Zapfsäule an der Tankstelle nicht mehr. „Wir haben unsere Reserven noch mal massiv erhöht“, sagte Lindner. Für die gesamte Bundespolizei gebe es einen „Mindeststandard in Sachen Durchhaltefähigkeit“.

Blackout: GSG 9 und andere Spezialkräfte der Bundespolizei in Bereitschaft

Unter dem Dach der vor fünf Jahren gegründeten Direktion 11 in Berlin sind die GSG 9 sowie alle anderen Spezialkräfte der Bundespolizei mit insgesamt sechs Dienststellen an 40 Standorten zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem Polizisten, die für die Sicherheit deutscher Diplomaten im Ausland sorgen.

Alles zum Thema Energiekrise

Beim Schutz von Bahnanlagen, um den sich die Bundespolizei in Abstimmung mit der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn kümmert, unterstützen die Spezialkräfte mit Überwachungsflügen sowie mit einem Entschärfungsdienst, der an 15 Standorten im Bundesgebiet präsent ist.

„Hybride Bedrohungen und Risiken für die kritische Infrastruktur waren für uns und für andere Fachleute immer schon ein Thema“, sagte Lindner.

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschäftige sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Deutschland für den Fall eines längeren, großflächigen Stromausfalls vorbereitet sei. Neu sei nur, dass es für diese und andere Fragen zur kritischen Infrastruktur jetzt - ausgelöst durch die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, den Krieg in der Ukraine und die jüngsten Sabotage-Akte gegen Pipelines und die Bahn „eine ganz neue politische Aufmerksamkeit“ gebe.

Auch der Schutz von Anlagen auf hoher See sei für die Spezialkräfte der Bundespolizei nicht neu, betonte Lindner, der früher Kommandeur der GSG 9 war. Er sagte: „Seit vielen Jahren haben wir Szenarien durchgespielt, wie Angriffe auf Gas-Plattformen in der Ostsee.“ (dpa)

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