„Ich bitte um Verzeihung“ Drama zum Schluss des Klima-Gipfels, Präsident kämpft mit Tränen

Alok Sharma reagierte zum Schluss des Klima-Gipfels emotional und rang mit den Tränen.

Alok Sharma reagierte zum Schluss des Klima-Gipfels emotional und rang mit den Tränen.

Die Klima-Konferenz in Glasgow ist mit einer gemeinsamen Erklärung beendet worden. COP26-Präsident Alok Sharma bat um Verzeihung, „für die Art, wie das gelaufen ist“.

Glasgow. Die UN-Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow ist emotional zu Ende gegangen: Als sich mehrere Staaten am Samstagabend kurz vor der Schlussabstimmung bitterlich über Verwässerungen in letzter Minute beschwerten, kämpfte der britische COP26-Präsident Alok Sharma mit den Tränen.

„Ich bitte um Verzeihung für die Art, wie das gelaufen ist. Und es tut mir sehr leid“, sagte der Gastgeber. Er fügte an: „Es ist auch von elementarer Bedeutung, dass wir dieses Paket schützen.“ Darauf versagte ihm die Stimme und er senkte den Blick. Die Delegierten halfen ihm mit langem Applaus über den emotionalen Moment hinweg.

Klima-Gipfel: Kohleabbau in letzter Sekunde in gemeinsamer Erklärung

Die rund 200 Teilnehmerstaaten der zweiwöchigen Klimakonferenz in Glasgow stimmten kurz darauf der gemeinsamen Erklärung zu, die zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohleenergie auffordert. Die Formulierung war auf Druck von China und Indien jedoch in letzter Minute abgeschwächt worden. Viele kleinere Staaten fühlten sich übergangen. Auch EU-Kommissar Frans Timmermans äußerte seine große Enttäuschung darüber, würdigte die Forderung zum Kohleausstieg aber dennoch als „historisch“.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zeigte sich am Samstagabend in Glasgow überzeugt, „dass wir gerade wirklich einen historischen Moment erleben“. Bei der COP26 sei „jetzt weltweit der Kohleausstieg eingeleitet“ worden. Mit dieser Beschleunigung der Energiewende in aller Welt sei ein „neues wirtschaftliches Leitbild“ entstanden, sagte Schulze. Dadurch bewirke die COP26 eine „deutliche Beschleunigung für den Klimaschutz“.

Klima-Gipfel: Bundesumweltministerin Svenja Schulze gibt sich optimistisch

Die ohnehin schon mehrfach verwässerten Formulierungen in der COP26-Rahmenentscheidung zur Abkehr von der Kohle und zum Verzicht auf Subventionen für fossile Energieträger waren allerdings am Samstagabend auf Betreiben von China und Indien in letzter Minute weiter abgeschwächt worden.

In der letzten Fassung vor den Plenumsbeschlüssen waren die Staaten aufgerufen worden, „ihre Bemühungen in Richtung eines Ausstiegs“ aus der Kohlenutzung zu beschleunigen und „ineffiziente Subventionen“ für fossile Energieträger einzustellen. Beschlossen wurde schließlich aber die Formulierung, dass die Staaten die Nutzung von Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung „schrittweise verringern“ sollten.

Schulze sagte dazu, sie habe sich die Formulierung zur Kohle „noch etwas eindeutiger gewünscht“. Nun sei sie zwar „etwas abgeschwächt worden, aber die ist drin geblieben“. Dies sei „bis zur letzten Sekunde, sehr, sehr schwierig“ gewesen und Deutschland und die EU hätten hier „sehr viele Brücken bauen“ müssen. (dpa/jv)

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