Schock-Vorwürfe bei der Bundeswehr! In einer Kaserne sollen Soldaten einen Sex-Wettbewerb veranstaltet haben. Nun wird ermittelt.
Bundeswehr-Skandal eskaliertLieferten sich Soldaten einen Sex-Wettbewerb?

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Ein Soldat demonstriert in Weißenfels bei einer Übung des Sanitätsregiments 1 das Sichern einer Einsatzsituation. Das Regiment steht nun im Fokus interner Ermittlungen. (Archivbild)
Ein neuer Skandal erschüttert die Bundeswehr! Im Sanitätsregiment 1 in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) wird intern knallhart ermittelt. Der Verdacht: sexuelles Fehlverhalten und Drogenhandel. Laut einem Bericht des „Spiegel“ stehen aktuell zehn Beschuldigte aus einem Zug im Fokus.
Das Bundesverteidigungsministerium hat die Ermittlungen bestätigt, hält sich aber mit Details bedeckt. Zuvor hatte das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet, dass ein Vorgesetzter seine Machtposition ausgenutzt haben soll, um einer Rekrutin nahezukommen.
Perverser Wettbewerb: Wer schläft mit den meisten Rekrutinnen?
Die Sache ist so brisant, dass am Mittwoch die stellvertretende Generalinspekteurin Nicole Schilling und Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann den Verteidigungsausschuss des Bundestags hinter verschlossenen Türen informierten.
Der unfassbare Verdacht laut „Spiegel“: Soldaten sollen einen Wettbewerb veranstaltet haben, wer mit den meisten Rekrutinnen schläft. Doch das ist nicht alles. Es wird auch wegen Drogenhandels und Bedrohungen ermittelt. Laut RND soll es dabei vor allem um Amphetamine und Testosteron gegangen sein.
Mindestens eine der jungen Frauen, die zum Sex gedrängt worden sein soll, war laut dem Nachrichtenmagazin zum Tatzeitpunkt noch minderjährig. Zwar können junge Leute mit Erlaubnis der Eltern schon vor dem 18. Geburtstag zur Truppe, die Waffenausbildung beginnt aber erst mit der Volljährigkeit.
Bisher haben die Ermittler rund ein Dutzend Betroffene ausfindig gemacht. Um das ganze Ausmaß des Skandals aufzudecken, müssen laut „Spiegel“ Hunderte von Zeugen vernommen werden.
Bundeswehr greift durch: Erste Konsequenzen gezogen
Und die Bundeswehr reagiert bereits: Gegen neun Soldaten wurde ein Betretungsverbot für die Kaserne in Sachsen-Anhalt ausgesprochen, so der „Spiegel“. Sieben von ihnen dürfen außerdem vorerst weder ihren Dienst ausüben noch ihre Uniform tragen.
Gegen acht Soldaten laufen Disziplinarverfahren. In einem Fall ist sogar schon der Wehrdisziplinaranwalt eingeschaltet. Wenn es um Straftaten geht, übernimmt die Staatsanwaltschaft. Fünf Fälle liegen laut dem Bericht bereits bei der zivilen Justiz.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist fassungslos. Sein Ministerium verfolge eine „klare Null-Toleranz-Linie“, machte der SPD-Politiker klar. „Ich finde diese Vorwürfe, um die es jetzt hier wieder geht, entsetzlich und widerwärtig“, so Pistorius. „Wir werden alles tun, um jeden Täter dingfest zu machen und gleichzeitig die Betroffenen besser zu schützen.“

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (Archivfoto vom Tag der Bundeswehr im Juni) verspricht, dass die Vorwürfe aufgeklärt werden.
Die Grünen-Politikerin Sara Nanni fordert im „Spiegel“ schnelle Konsequenzen und eine externe Meldestelle. Soldatinnen müssten Missstände melden können, ohne Angst haben zu müssen. „Wenn ein Täter nicht fürchten muss, dass der Vorgesetzte gegen Fehlverhalten vorgeht, dann schreitet man unbekümmert weiter zur Tat“, warnte Nanni. „Nur eine externe Meldestelle kann diese Dynamik brechen.“
Auch die CDU-Wehrexpertin Kerstin Vieregge fordert gegenüber dem RND eine „schnelle und lückenlose Aufklärung“. Ihr klares Statement: „Jeder Fall ist einer zu viel. Hier endet die Kameradschaft.“ (mit dpa)
