Nach Sondierungen Laschet und Söder mit Flirtversuch, Reaktion der Grünen spricht Bände

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen machen schlagen ihre Fäuste aneinander.

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, beim „Fist Bump“. Laschet erklärte, dass die Gegensätze zwischen den Parteien überwindbar seien.

Eine Jamaika-Koalition wäre seine letzte Chance, doch noch Kanzler zu werden: Am Dienstag (5. Oktober) hat die Union das Treffen sehr gelobt. Die Grünen allerdings waren wesentlich zurückhaltender – ihre Reaktion spricht Bände.

Berlin. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat nach einem Sondierungsgespräch mit den Grünen von einem offenen Austausch gesprochen und hält Gegensätze für überwindbar. Ein Jamaika-Bündnis könne eine Breite in der Gesellschaft habe, die es möglich mache, das Land zu modernisieren und voranzubringen, machte Laschet am Dienstag (5. Oktober) in Berlin nach den ersten Beratungen von Union und Grünen über ein mögliches gemeinsames Regierungsbündnis deutlich.

Laschet sprach von einer guten Atmosphäre und einem offenen Austausch. Es seien auch Gegensätze deutlich geworden. Es sei aber nicht so, dass Gegensätze nicht überwindbar seien. Dies müsste man vertiefen, das würde sich lohnen. Entscheiden würden dies aber FDP und Grüne. Die Union sei bereit für ein Bündnis.

Eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP – benannt nach den Flaggenfarben schwarz, gelb, grün von Jamaika – gilt als einzige Chance für Unionskanzlerkandidat Laschet, für die Union doch noch das Kanzleramt zu retten.

CSU-Chef Markus Söder äußerte sich ähnlich. „Wir hätten Interesse, weiter im Gespräch zu bleiben“, sagte auch er. Übereinstimmung mit den Grünen habe es etwa im Bereich Klimapolitik gegeben: „Da haben wir viele Gemeinsamkeiten gefunden“, sagte Söder. In anderen Bereichen - etwa der Migrationspolitik - sei noch „eine Menge Gesprächsbedarf“ deutlich geworden.

Grünen lassen alles offen: Ihre Reaktion spricht Bände

Die Grünen hingegen reagieren wesentlich zurückhaltender, sie lassen vieles offen, etwa ob sie die Gespräche mit der Union über eine Regierungsbildung fortsetzen wollten. Eine Reaktion, die Bände spricht: Die Spitze hat nun interne Beratungen angekündigt, wie es weitergehen soll.

Die Grünen und auch die FDP würden nun sicherlich die Gespräche insgesamt in ihren Gremien bewerten, sagte Grünen-Chef Robert Habeck am Dienstag nach dem Sondierungsgespräch von Union und Grünen in Berlin. In dem Gespräch seien mögliche Schnittmengen ausgelotet worden, es habe aber auch Trennendes gegeben. „Heute und morgen“ solle nun intern abgeglichen werden, was möglich sei.

Grüne und Union: Konstruktives und ernsthaftes Gespräch

Grünen-Chefin Annalena Baerbock stellte Entscheidungen, wie es weitergeht, für die nächsten Tage in Aussicht.

Sie betonte ebenfalls, es sei ein konstruktives und ernsthaftes Gespräch mit der Union gewesen. In gesellschaftspolitischen Bereichen lägen Grüne und Union eher weiter auseinander, in anderen Bereichen gebe es dagegen gemeinsame Anliegen, etwa bei den Themen Digitalisierung und ökologische Transformation. (dpa/mg)

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