Es wäre ein Albtraum-Szenario für die CDU/CSU: Wenn jetzt gewählt würde, verlören Dutzende Abgeordnete ihren Sitz – darunter bekannte Namen.
Beben bei der Union droht69 Abgeordnete müssen zittern – auch Laschet

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Julia Klöckner und Armin Laschet auf einem Parteitag. (Archivbild)
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Die CDU/CSU steckt tief im Umfragekeller, eine aktuelle Voraussage versetzt die Partei nun in helle Aufregung. Ein politisches Beben wäre die Folge, falls es zu einer sofortigen Neuwahl des Bundestages käme: Sage und schreibe 69 Parlamentarier der Union müssten sich aus dem Parlament verabschieden.
Grundlage für diese alarmierende Kalkulation sind Informationen von „Polling Forecast“ (Stand 9. Oktober 2026) sowie die Listen der Bundesländer aus dem Jahr 2025. Das berichtet „FOCUS online“. Die Union würde laut dieser Analyse auf nur 142 Parlamentssitze schrumpfen – ein gewaltiger Einbruch im Vergleich zu den aktuellen 208 Sitzen. Basis dafür ist der Durchschnittswert der Umfragen der vergangenen 30 Tage, welcher die AfD bei 25,3 Prozent sieht, die Union hingegen bei mageren 19,8 Prozent.
NRW und Bayern: Hier tut's am meisten weh
Ausgerechnet in den traditionellen Hochburgen wären die Einbußen am heftigsten. Die Zahl der Unionssitze in Nordrhein-Westfalen würde von 47 auf lediglich 32 fallen, was einem schmerzhaften Verlust von 15 Mandaten gleichkommt. Die bayerische CSU müsste 14 Sitze hergeben und würde von 44 auf nur noch 30 Abgeordnete schrumpfen.
Die Lage in weiteren Bundesländern ist ebenfalls dramatisch. Mit einem Minus von neun Sitzen wäre Baden-Württemberg schwer getroffen. Sieben Mandate gingen in Niedersachsen verloren und fünf in Hessen. In einigen Ländern im Osten Deutschlands könnte die Union nicht einmal mehr einen Wahlkreis für sich entscheiden.
Auch Promis müssen zittern: Wer fliegt raus?
Die Aufzählung der möglichen Abgänge gleicht einer Liste bekannter Unions-Politiker. In NRW träfe es den ehemaligen CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Für einen Wiedereinzug ins Parlament würde sein siebter Listenplatz nicht genügen. Ebenfalls nicht mehr dabei wären prominente Persönlichkeiten wie Hendrik Streeck, Jürgen Hardt oder Johannes Winkel.
Daniela Ludwig gehört zu denjenigen in Bayern, die vor dem Ausscheiden stehen. Alexander Throm, Gunther Krichbaum oder Thomas Bareiß könnten in Baden-Württemberg ihre Direktmandate an die AfD abgeben müssen. Die hessische Landesliste würde für manche Wahlkreisverlierer ebenfalls nicht mehr genügen.
„Dramatischer Befund“: Die Nerven liegen blank
Hinter den Kulissen herrscht helle Aufregung. Die Voraussage kursiert auf den Gängen der Fraktion und ist das Hauptgesprächsthema. Ein anonymer Kenner der Szene berichtet: „Es bewegt hier wirklich viele. Kennen tut es quasi jeder Abgeordnete.“ Er bezeichnet die Situation als „ein dramatischer Befund, insbesondere für die jungen Abgeordneten“.
Manche Mitglieder der Jungen Union winken ab und bezeichnen die Zahlen als „Schall und Rauch“, doch andere verlangen Taten. Der Nachwuchs in der Partei brauche bessere Aussichten auf Listenplätze und Direktkandidaturen. Daniel Kölbl, ein Parlamentarier, der selbst betroffen wäre, formuliert es deutlich: „Wir müssen unseren Ankündigungen weiteren Taten folgen lassen“.
Geändertes Wahlgesetz: Sieg im Wahlkreis wertlos?
Das wohl schockierendste Detail der Voraussage ist: Nicht einmal der Sieg im eigenen Wahlkreis sichert den Platz im Parlament. Verantwortlich dafür ist das geänderte Wahlgesetz und die darin enthaltene Zweitstimmendeckung. Falls eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erringt, als ihr Sitze gemäß der Zweitstimmen zustehen, schauen einige der Gewinner in die Röhre.
Besonders extrem wirkt sich dies in Bayern aus. Die CSU könnte dort laut der Analyse 41 Wahlkreise für sich entscheiden, bekäme aber lediglich 30 Sitze zugesprochen. Die Konsequenz: Elf erfolgreiche Kandidaten müssten trotz ihres lokalen Sieges den Bundestag verlassen. Drei Wahlkreisgewinner in Baden-Württemberg stünden ebenfalls ohne Sitz da.
Zusätzlich werden 26 Mandate in der Voraussage als unsicher („drin – wackelig“) bewertet. Ein weiterer Anstieg der AfD in den Umfragen könnte auch diese Sitze gefährden. Die Kalkulationen beruhen auf den Listen und Kandidaten von 2025, weshalb Veränderungen das Resultat noch verändern könnten.
Ein seit 2023 gültiges neues Wahlgesetz deckelt die Größe des Bundestages auf 630 Sitze und schafft Überhang- und Ausgleichsmandate ab. Bestandteil dieses Gesetzes ist die Klausel, dass bei einem Überhang an Direktmandaten die Wahlkreisgewinner mit den stärksten Erststimmenergebnissen den Vorzug erhalten. Eine von der Regierungskoalition angedachte Reform, die jedem Wahlkreisgewinner wieder einen sicheren Platz zusichern soll, kommt aktuell nicht voran. (red)
