Nach massivem Protest lenkt Kulturstaatsminister Weimer ein. Der Erweiterungsbau der Nationalbibliothek in Leipzig ist doch nicht vom Tisch. Es geht um Millionen.
Bau-Stopp gekippt?Minister macht bei 100-Millionen-Projekt die Rolle rückwärts
Nach Protest-Welle: Minister macht Kehrtwende.
Nach tagelangem, heftigem Gegenwind macht Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eine Kehrtwende: Der Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig wird doch nicht endgültig ad acta gelegt. Das verdeutlichte der parteilose Politiker jetzt in Berlin.
Eine finale Begutachtung der Planungsdokumente durch die zuständige Bundesbauverwaltung sei noch nicht erfolgt, und auch die langfristige Finanzierung sei offen, so Weimer. „Das daraus resultierende Moratorium bedeutet aber nicht, dass das Vorhaben gestrichen ist.“
Schon 7 Millionen Euro für Planung ausgegeben
Die Wende kommt nach einem Aufschrei in der Kulturwelt. Vergangene Woche hatte die Bibliothek noch vermeldet, Weimer habe sich gegen die Umsetzung des Bauvorhabens ausgesprochen. Ein Schock, denn die Lagerkapazitäten in Leipzig sind laut der Bibliotheksleitung so gut wie voll. Der Anbau ist bitter nötig, um dem gesetzlichen Auftrag der Sammlung von Büchern und Medien an den Standorten Leipzig und Frankfurt am Main nachzukommen.
Das brisante Detail: Wie die dpa berichtet, wurden für die Planung des Projekts nach offiziellen Informationen bereits circa sieben Millionen Euro investiert. Die kompletten Baukosten würden sich laut Weimers Einschätzung auf über 100 Millionen Euro summieren.
Bibliotheks-Chef erleichtert: „Ein ermutigendes Zeichen“
Der Generaldirektor der Nationalbibliothek, Frank Scholze, zeigt sich erleichtert. In Weimers aktueller Erklärung wird er so zitiert: „Wir begrüßen die Entscheidung des Staatsministers sehr, den nächsten Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Baus zu gehen.“ Die Bewahrung des kulturellen Erbes als „Gedächtnis der Nation“ sei eine Verantwortung für die gesamte Gesellschaft.
Scholze erklärte weiter: „Dass hierzu inzwischen ein breiter Konsens mit dem Staatsminister und der Öffentlichkeit besteht, ist ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft unseres Landes“.
Weimer selbst bekräftigte die Verpflichtung des Bundes: „Selbstverständlich ist und bleibt der Bund der Deutschen Nationalbibliothek als Schatzkammer unseres schriftlichen Kulturerbes verpflichtet, ebenso wie ihrem Standort in Leipzig.“ Zukünftig setze man zwar stärker auf digitale Potenziale, aber er versprach auch, man werde „gemeinsam auch in Zukunft den Erhalt eingehender physischer Medienwerke sicherstellen“. Diese Aussage steht im Kontrast zu einer früheren Erklärung seines Sprechers, der verkündet hatte: „Grundsätzlich strebt Staatsminister Weimer an, die Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek zukünftig weitestgehend digital abzubilden.“ (red)
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