Im Auswärtigen Amt diskutieren Experten bei einer Klima- und Sicherheitskonferenz. Der Außenminister warnt: Klimarisiken werden zunehmend auch zu Sicherheitsrisiken.
Wegen KlimawandelAußenminister Wadephul warnt vor neuer Migrationswelle

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Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU)
Außenminister Johann Wadephul warnt angesichts der Auswirkungen des Klimawandels vor einer sich verändernden Sicherheitsstruktur und neuen Migrationsbewegungen. „Gerade in fragilen Staaten verstärkt der Klimawandel Not und Hunger – und kann so auch zum Nährboden für Extremismus und Terrorismus werden oder zu Migrationswellen führen“, sagte der CDU-Politiker zum Start einer Klima- und Sicherheitskonferenz in Berlin.
Der aktuelle Super-El-Niño drohe die Lebensgrundlage Hunderttausender Menschen zu zerstören, warnte Wadephul. Und dies in einer Zeit, in der Getreidepreise weltweit stiegen, weil Russland Schiffe mit Getreide im Schwarzen Meer angreife und so Menschen weltweit von der Versorgung abschneide, die auf den Import besonders angewiesen seien. Gut gemachter Klimaschutz trage indes zu Sicherheit bei, indem er Staaten resilienter mache.
Außenminister Wadephul warnt vor Migrationswelle
Meteorologen erwarten, dass die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño aktuell besonders stark ausfallen und bis zum Februar kommenden Jahres andauern könnten. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.
Wenn Russland in diesem Winter erneut gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine angreife, könnten dezentrale, erneuerbare Energiequellen zur Lebensversicherung werden, sagte Wadephul. Sie seien schwieriger zu zerstören und nicht vom Import fossiler Energieträger abhängig. Der Minister nannte Investitionen in Klimaschutz auch Investitionen in unsere Sicherheit.
Die Konferenz bringt rund 250 internationale Akteure aus den Bereichen Klima, Frieden und Sicherheit zusammen – darunter Vertreterinnen und Vertreter besonders betroffener Länder, der Vereinten Nationen, Europäischen Union, anderer internationaler Organisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. (dpa)
