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„Anne Will“ Baerbock spricht Klartext zu Kriegs-Maßnahmen: „Zwischen Pest und Cholera“

Annalena Baerbock bei einer früheren Ausstrahlung von „Anne Will“ im Februar 2020. Am 6. März war die Bundesaußenministerin nicht live in der ARD-Sendung – sie wurde zugeschaltet.

Annalena Baerbock bei einer früheren Ausstrahlung von „Anne Will“ im Februar 2020. Am 6. März war die Bundesaußenministerin nicht live in der ARD-Sendung – sie wurde zugeschaltet.

In der neuen Ausgabe von „Anne Will“ ging es am 6. März um das Thema: Putins Krieg gegen die Ukraine. Im ARD-Talk diskutierten unter anderen Annalena Baerbock und Frans Timmermans.

„Wie kann der Westen der Ukraine helfen?“, „Wie weit wird Putin gehen?“, und „Wie ist dieser Krieg zu beenden?“. Diese und weitere Fragen diskutierte Anne Will am Sonntag, 6. März 2022, mit ihren Gästen.

In der zweiten Woche des Ukraine-Kriegs sind Putins Truppen weiter auf dem Vormarsch. Während rund eine Million Menschen auf der Flucht sind, wurden bereits hunderte Zivilistinnen und Zivilisten getötet. In der Runde um die ARD-Moderatorin Anne Will wurde am Sonntag besonders eines schnell klar: Der Ukraine-Krieg ist ein Krieg Putins, der durch weiter Sanktionen und Maßnahmen gestoppt werden muss.

Zu Gast bei „Anne Will“ waren:

  • Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin
  • Frans Timmermans, Vizepräsident der Europäischen Kommission
  • Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland
  • Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag
  • Egon Ramms, General a.D. des Heeres der Bundeswehr.
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Anne Will startete die Fragerunde bei Annalena Baerbock, die sich live zugeschaltet zur ausgebliebenen Flugverbotszone über der Ukraine äußerte: „Wir tragen auch eine Verantwortung für die Millionen Europäer“, argumentierte sie für die Entscheidung.

Die von der Regierung in Kiew geforderten Flugverbotszone würde laut der Bundesaußenministerin zu einer zwanghaften Einmischung zahlreicher Länder und zu einem möglichen Dritten Weltkrieg führen: „Das würde bedeuten, dass Nato-Flugzeuge russische Flugzeuge abschießen müssten.“

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, schien dieses Argument nur wenig zu besänftigen: „Dieses Argument ist nicht tragbar. Auch die Deutschen haben Angst vor einem Krieg in ihrem Land. In der Ukraine muss heute mit allem, was man hat, geholfen werden“, betont Melnyk eindringlich.

Auch der General a.D. des Heeres der Bundeswehr Egon Ramms sprach sich dafür aus, der Ukraine Luftabwehrwaffen zu stellen. Trotz des Konfliktes sei er sicher, „dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen kann.“

„Das sind die Augenblicke in der Außenpolitik, wo man nur zwischen Pest und Cholera wählen kann“, fügte Baerbock auf weitere Nachfrage Wills hinzu. Alle Hebel würden laut Baerbock in Bewegung gesetzt, um Druck auf den russischen Präsidenten auszuüben.

Timmermans bei „Anne Will“: Russland wird Sanktionen nicht standhalten

„Ich teile völlig die Analyse Baerbocks. Wir können es uns nicht leisten, in einen Atomkrieg mit Russland zu geraten“, stimmte Frans Timmermans zu. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission sei sich sicher, dass Russland den Sanktionen zahlreicher Länder nicht standhalten werde.

Auch Baerbock scheinen die bisherigen Sanktionen zu überzeugen. Auf Wills Frage, ob die Sanktionen trotz der Energieabhängigkeit der EU von Russland ausgebaut werden sollten, antwortete sie: „Sie zeigen nur schrittweise Wirkung, aber können dadurch dauerhaft durchgeführt werden. Wir haben eine wahnsinnig hohe Abhängigkeit von Russland. Wir führen die Sanktionen durch, die wir durchhalten können. Das bereiten wir jetzt weiter vor.“ (jxr)

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