Für eine unfassbare Summe kaufen Deutschlands Top-Firmen ihre eigenen Wertpapiere zurück.
Aktien-HammerDax-Riesen pumpen Rekordsumme in eigene Papiere

Copyright: Andreas Arnold/dpa
Börse Frankfurt: Unternehmen kaufen so viele Aktien zurück wie nie zuvor (Archivbild)
Der Dax schwächelt nach drei fetten Jahren, aber die Giganten der deutschen Industrie wehren sich mit aller Macht gegen den Sinkflug. Eine Rekordsumme von 54,6 Milliarden Euro soll in den Rückkauf eigener Wertpapiere fließen. Entsprechende Pläne wurden bereits geschmiedet, das belegen Auswertungen des Handelsblatt Research Institute. Noch in diesem Jahr sollen Papiere im Wert von 26 Milliarden Euro aus dem Handel verschwinden.
Über die Hälfte der Dax-Bosse macht mit
Laut einer Meldung der dpa sind es 23 von 40 Dax-Unternehmen, also mehr als die Hälfte der großen Player am Aktienmarkt, die aktuell eigene Papiere zurückholen oder das in Kürze vorhaben. Davon planen 16 Firmen, dafür mindestens eine Milliarde Euro lockerzumachen. Ganz vorne mit dabei: die Deutsche Post, Siemens sowie Siemens Energy mit je sechs Milliarden Euro, während SAP sogar zehn Milliarden Euro investiert.
Was steckt hinter der Aktien-Kosmetik?
Firmen nutzen diese Rückkäufe gerne, um ihre Kurse zu stabilisieren und den Aktionären – zusätzlich zur Dividende – Geld auszuschütten. Durch solche Aktionen gibt es weniger verfügbare Aktien auf dem Markt. Das hat zur Folge, dass sich zukünftige Profite und Ausschüttungen auf eine geringere Anzahl von Papieren verteilen, was den Wert der einzelnen Aktie normalerweise nach oben treibt.
Genialer Schachzug oder riskantes Spiel?
„Die hohen Aktienrückkaufprogramme sind zusammen mit den anhaltend hohen Dividenden eine wichtige Grundlage dafür, dass der Dax trotz schwieriger geopolitischer Voraussetzungen ein vielversprechendes Investment bleibt“, sagte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp dem „Handelsblatt“.
Manche Fachleute äußern jedoch Bedenken, weil dadurch riesige Geldbeträge nicht für zukunftsweisende Projekte zur Verfügung stehen. Zudem schrumpfen die flüssigen Mittel der Firmen, die angesichts der momentanen Turbulenzen dringend gebraucht werden könnten.
Der Blick über den Teich: Apple macht's vor
Der Trend zu diesen massiven Rückkäufen kommt aus den USA, genauer gesagt von den New Yorker Börsen, berichtet das „Handelsblatt“. Dem Bericht zufolge ist Apple der unangefochtene Spitzenreiter bei dieser Praxis. Der Konzern hinter dem iPhone hat in den letzten zwölf Monaten sage und schreibe 96,7 Milliarden Dollar ausgegeben, um eigene Papiere zu erwerben. Seit dem Jahr 2013, als der Tech-Riese damit begann, in großem Umfang eigene Aktien zu kaufen, ist die Zahl der im Umlauf befindlichen Papiere laut Berechnungen des Handelsblatts um 44 Prozent gesunken. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

