Kunden sind stinksauer Deutsche Kette wirbt mit gratis Kaffee für Ungeimpfte

Unser Symbolbild zeigt eine Studentin, die einen Kaffee in Frankfurt/Main serviert.

Die Nachtisch-Kette Wonder Waffel wirbt mit gratis Kaffee für Ungeimpfte und erntet scharfe Kritik. Unser Symbolbild zeigt eine Studentin, die einen Kaffee in Frankfurt/Main serviert.

Diese Werbung ist so richtig nach hinten losgegangen: Die deutsche Nachtisch-Kette Wonder Waffel hat mit gratis Kaffee für Ungeimpfte geworben. Dafür haben sie sich einen ordentlichen Shitstorm von vielen Kunden eingefahren. Das Unternehmen ist zurückgerudert.

Es sollte ein Zeichen gegen Diskriminierung sein – und wurde zu einem Sturm der Entrüstung: Die Kette Wonder Waffel aus Berlin, die zahlreiche weitere Filialen in Deutschland hat, hat mit seiner Marketingaktion für reichlich Wirbel gesorgt.

Am Dienstag (30. November) gab das Unternehmen auf Instagram bekannt: „Gratis Kaffee für Ungeimpfte“. Mit dem Hinweis, dass das Angebot auch für Geimpfte und Genese gelte. Um die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen nicht zu verletzen, sei das Angebot nur bei To-go-Bestellungen einlösbar. 

In dem Post hieß es, dass man für Toleranz und Respekt stehe. „Wir finden es sehr schade, dass wir die 2G-Regel in unseren Stores haben, da wir so viele Stammgäste nicht mehr begrüßen dürfen. Daher bekommen Ungeimpfte den ganzen Dezember gratis Kaffee zum Mitnehmen.“

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So reagierte Wonder Waffel auf die seit Samstag in Berlin geltende 2G-Regel für viele Bereiche des öffentlichen Lebens. Die Hauptstädter dürfen nur noch mit einem Nachweis darüber, dass sie geimpft oder genesen sind, in ein Restaurant oder in den Einzelhandel. Davon ist natürlich auch Wonder Waffel betroffen. 

Die Kritik fiel im Netz heftig aus: Zahlreiche Kunden und Twitter-User schossen gegen das Unternehmen. „Hängen Sie grade an einer Lungenmaschine? Warten Sie mit einem Herzinfarkt in der Lobby eines Krankenhauses, weil alles überfüllt ist? Sind geliebte Menschen an Covid-19 verstorben? Dann wird Sie dieser Gedanke trösten: Bei Wonder Waffel gibt es jetzt gratis Kaffee für Ungeimpfte!“, heißt es etwa in einem Beitrag. Der Zusatz, dass das Angebot nicht nur für Ungeimpfte gilt, wurde dabei ignoriert. „Der Text spaltet noch mehr und heizt beide Lager auf“, findet ein weiterer User. „Zusammenhalt wäre es im Übrigen, wenn sich alle impfen lassen würden.“

Wonder Waffel wirbt mit gratis Kaffee für Ungeimpfte und erntet Kritik

Beifall gab es auch – allerdings aus der Ecke der Querdenker und Impfskeptiker. Das Unternehmen ruderte am Mittwoch dann zurück, löschte den Beitrag und erklärte stattdessen in einem Post, dass jeder sagen dürfe, „was er möchte in unserem wunderschönen Land.“ Der Beitrag sei gelöscht worden, „damit sich Menschen und Freunde nicht untereinander streiten und diskutieren, dafür sind wir die falsche Plattform.“ 

Es wurden scheinbar nicht nur böse Kommentare bei Twitter gepostet, auch die Bewertungen bei Google seien genutzt worden, so Wonder Waffel. „Diese sind leider komplett inhaltslos und haben nichts mit einer Besuchererfahrung zu tun haben, sondern sollen einfach nur Schaden zufügen. Das ist echt schade.“ 

Man stehe aber weiterhin zum Angebot: Es richte sich an alle, „egal ob und wie du geimpft bist“ und gelte diesen Monat für jeden. „Das war die Aktion und wird die Aktion bleiben. Keiner wird ausgegrenzt und die Hygienevorschriften werden beachtet und eingehalten.“ Die Kommentarfunktion wurde vorsorglich ausgeschaltet.

2G in Berlin: Nicht nur Wonder Waffel hat Angebot für Ungeimpfte

Wonder Waffel ist nicht das einzige Unternehmen, das in Berlin derzeit derlei Angebote für Ungeimpfte macht. Seit es 2G in der Hauptstadt gibt, locken mehrere Kaffees mit einem „Gratis Kaffee to Go“. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, wirbt ein Café als „Zeichen gegen Diskriminierung“ mit der Aktion. 

Laut der Zeitung verteidigte die Inhaberin des Ladens das Angebot: „Wir finden es nicht richtig, Menschen nur wegen einer anderen Meinung auszugrenzen.“ Auch hier diskutierten die Nutzer sehr kontrovers. (mg)

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