Das Warten auf medizinische Hilfe nach einem fatalen Sturz nahm für eine Seniorin erst nach 25 Stunden ein Ende. So lange ließ der Krankenwagen auf sich warten.
Rettungspersonal streiktSeniorin (93) muss 25 Stunden auf Ambulanz warten – unter heftigsten Schmerzen

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Eine Waliserin musste 25 Stunden auf den Krankenwagen warten – mit gebrochener Hüfte. Unser Symbolbild zeigt einen Krankenwagen auf dem Gelände des Universitätsklinikums in Kiel am 25. Oktober 2022.
25 Stunden soll eine Frau (93) auf den Rettungswagen gewartet haben – so lange musste die Waliserin mit einer gebrochenen Hüfte auf dem Boden liegend ausharren – vor Schmerzen schreiend. Erst dann traf endlich der Rettungswagen im Seniorenheim in Wales ein.
Immer wieder riefen Angehörige den Rettungsdienst an – mindestens zehnmal. Dennoch traf der Rettungswagen erst am Sonntag (18. Dezember 2022) gegen 13.15 Uhr ein. Einen Tag, nachdem die Frau gefallen war – am Samstag gegen 11.45 Uhr.
Seniorin muss 25 Stunden auf Krankenwagen warten
Doch damit endete die Tortur für die Seniorin nicht. Im Krankenhaus in Bangor angekommen, musste sie laut „Guardian“ weitere zwölf Stunden ausharren, bevor sie untersucht wurde. Diagnose: Eine gebrochene Hüfte. Schließlich musste die Waliserin sogar operiert werden.
Ihr Sohn äußerte sich bestürzt über den Vorfall: „Es war erschütternd, sie 24 Stunden lang vor Schmerzen schreiend auf dem Boden liegen zu sehen“, sagte er. Den Zwischenfall bezeichnete er als völlig „inakzeptabel“.
Inzwischen hätte sich der walisische Rettungsdienst entschuldigt, heißt es im Bericht. Grund für die immense Verspätung wären das Winterwetter, eine große Nachfrage und ein hoher Krankheitsstand gewesen.
Der Vorfall ereignete sich wenige Tage vor einem 24-stündigen Streik von Krankenwagenpersonal in weiten Teilen Englands sowie in Wales. Damit wollen die Angestellten ihren Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verleihen.
Die Gewerkschaft hatte versprochen, dass akute Notdienste am Mittwoch nicht von den Streiks betroffen sein würden. Allerdings sind die Wartezeiten für Rettungswagen schon jetzt deutlich länger als eigentlich vorgesehen.
750 Soldatinnen und Soldaten sollen während der Streiks einspringen und Rettungswagen fahren. Sie sind allerdings nicht für Noteinsätze, sondern eher für Transporte vorgesehen. Für den 28. Dezember ist ein weiterer Streik geplant. Bereits am 15. und 20. Dezember waren Zehntausende Pflegekräfte und Klinikpersonal des britischen Gesundheitsdiensts NHS in den Ausstand getreten.
Gesundheitsminister Steve Barclay machte den Gewerkschaften am Mittwoch schwere Vorwürfe. Die Gewerkschaften hätten sich bewusst dafür entschieden, Patienten Schaden zuzufügen, schrieb Barclay in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Telegraph“.
Schwere Vorwürfe aus der Politik gegen Rettungspersonal
Die Notfallpläne des NHS sähen vor, dass nicht alle Notrufe abgedeckt würden, behauptete Barclay. Die Gewerkschaften kritisierten die Äußerungen des konservativen Politikers als „irreführend“ und als „im schlimmsten Fall vorsätzliche Panikmache“.
Ein letzter Verhandlungsversuch mit dem Rettungswagenpersonal war am Dienstag gescheitert. Barclay weigert sich, über höhere Löhne als die angebotene Erhöhung um vier Prozent zu diskutieren.
Die Generalsekretärin der Gewerkschaft Unison, Christina McAnea, sagte, die Regierung verhalte sich „völlig unverantwortlich“. Mögliche Todesfälle aufgrund des Streiks seien alleine die Schuld von Downing Street. Die Gewerkschaften kritisieren einen deutlichen Reallohnverlust in den kommenden Jahren und fordern nun eine Erhöhung deutlich oberhalb der aktuellen Inflation von rund 11 Prozent. (ls/dpa)
