Elfter Tag im Schlamm: Timmy, der Wal, ist noch am Leben. Doch sein Zustand ist herzzerreißend.
Er will nicht aufgeben!Wal Timmy hat noch eine Nacht geschafft – die Hoffnung stirbt

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Der vor rund einer Woche bei Timmendorfer Strand an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal liegt noch immer in der Wismarbucht. (Archivbild)
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Der Buckelwal namens Timmy hat die Nacht überstanden. Am Freitagmorgen gab es weiterhin klare Anzeichen seines Lebenswillens. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, war mehrmals eine starke Wasserfontäne sichtbar. Sein Rücken bewegte sich ebenfalls sachte auf und ab. Dies sind die spärlichen Lebensäußerungen, die dem Wal noch bleiben.
Im Schlamm gefangen: Keine Besserung für „Timmy“
Seine Lage ist nach wie vor äußerst kritisch. Seit nunmehr elf Tagen ist Timmy in der Bucht bei der Insel Poel gefangen. Rettungsaktionen sind nicht mehr geplant; das Tier steht unter ständiger Beobachtung. Eine Schutzzone von 500 Metern wurde eingerichtet, um jegliche Störung zu vermeiden.

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Der Buckelwal liegt am frühen Vormittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel.
Schon am Donnerstagabend waren schwache Lebenszeichen zu beobachten. Über einige Minuten hinweg wogte sein Rücken auf und ab, und die Seitenflossen zuckten sacht. Davor hatte er eine winzige Drehung vollzogen und mit seiner Schwanzflosse gewedelt, was seine Lage im Schlick aber nicht veränderte.
Letzte Hoffnung Bagger? Prüfung am Freitag
Das Umweltministerium hat entschieden, dass keine weiteren Bergungsaktionen stattfinden. Jede Annäherung würde für das Tier nur zusätzlichen Leidensdruck bedeuten. „Man würde das Tier nur weiterem Stress aussetzen“, erläuterte ein Sprecher gegenüber der „Bild“-Zeitung. Der Wal sei wiederholt gestrandet und habe komplett die Orientierung eingebüßt.
Bei einem Krisentreffen am Freitagvormittag wird auch eine Idee bewertet, den Wal mithilfe eines Baggers freizulegen. Die Hoffnung ist, dass er sich dann aus eigener Kraft befreien könnte.
Die Tragödie vor Ort lockt weiterhin viele Menschen an. Zahlreiche Gaffer und auch User in sozialen Netzwerken verfolgen das Drama aus sicherer Entfernung. Zugleich gibt es immer mehr Anfeindungen, die sich gegen die Helfenden richten.
Das Umweltministerium kündigte an, dass solche Vorfälle erfasst und untersucht werden. Inhalte mit strafrechtlicher Bedeutung sollen angezeigt werden. „Was strafrechtlich relevant ist, wird zur Anzeige gebracht“, bekräftigte ein Sprecher des Umweltministers Till Backhaus (SPD). (red)
