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Drama um Wal „Timmy“Experte schlägt Alarm – Dieses Verhalten wäre sein Todesurteil

Der Wal liegt am Mittwochmorgen in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug).

Copyright: Philip Dulian/dpa

Der Wal liegt am Mittwochmorgen (29. April 2026) in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug).

Aktualisiert:

Buckelwal „Timmy“ in Not: Experte nennt sein Todesurteil!

Kein Signal mehr von Wal „Timmy“ – für einen Fachmann ist das kein gutes Omen. Im Gegenteil: Es ist ein Grund zur höchsten Sorge.

Die Rettungsmission für den Wal „Timmy“ bewegt die Menschen, viele hoffen auf ein Wunder. Doch ein Fachmann malt ein düsteres Bild. In einem Video-Statement für „Bild.de“ am Montag (4. Mai 2026) analysierten der Meeresbiologe Fabian Ritter (Autor von „Wir Wale“) und der Reporter Michael Engelberg die kritische Situation.

Eine gefährliche Ungewissheit herrscht, seit die Verbindung zum Peilsender des Wals wieder unterbrochen ist. Diese Stille ist laut dem Wal-Spezialisten Fabian Ritter alles andere als beruhigend. Ohne GPS-Signale ist es unmöglich zu sagen, ob das Tier Kurs auf offenes Meer genommen hat oder kraftlos dahintreibt.

Experte warnt: „ganz große Alarmzeichen“ bei Zickzack-Kurs

Die „Fortuna B“ liegt im Hafen von Cuxhaven. Eines der beiden Schiffe, die den mehrfach vor der deutschen Küste gestrandeten Wal in die Nordsee brachten, ist am Sonntagabend in Cuxhaven eingelaufen.

Copyright: Tobias Grabow/NEWS5/dpa

Die „Fortuna B“ liegt im Hafen von Cuxhaven. Eines der beiden Schiffe, die den mehrfach vor der deutschen Küste gestrandeten Wal in die Nordsee brachten, ist am Sonntagabend in Cuxhaven eingelaufen.

Im Gespräch erläutert Ritter genau, was jetzt zählt: Falls der Wal wieder auftaucht, ist seine Schwimmrichtung entscheidend für sein Überleben. Ein gerader Kurs wäre ein Zeichen für gute Orientierung. Unkontrollierte Bewegungen im Zickzack wären für den Experten jedoch „ganz große Alarmzeichen“. Das wäre das finale Anzeichen für einen körperlichen oder neurologischen Kollaps.

Hautschäden durch Ostsee-Wasser

Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen.

Copyright: Sebastian Peters/NEWS5/dpa

Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen.

Der lange Aufenthalt im salzarmen Wasser der Ostsee ist ein zusätzliches Problem. Ritter betont, dass die Walhaut schon deutliche Schäden wie helle Blasen zeigt. Durch das Süßwasser in Küstennähe ist die Haut des Tieres quasi aufgeweicht, was die Gefahr von Infektionen erhöht. Zur Genesung in der Nordsee bräuchte der Wal dringend Ruhe und Futter – doch beides fehlt auf den stark frequentierten Schifffahrtsrouten.

Neben der körperlichen Erschöpfung hat das Tier auch mit enormen Orientierungsproblemen zu kämpfen. Ritter macht im Gespräch klar, dass der Schall für den Wal das entscheidende Sinnesorgan zur Navigation darstellt. Dieses System versagt aber in den seichten und lauten Küstenregionen.

Zweifel an der Rettungsaktion

Das Schutznetz an der Barge, das den Buckelwal bei seinem Transport aus der Ostsee bislang vom offenen Wasser trennte, ist entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Lastkahn sichtbar weiter geflutet.

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Das Schutznetz an der Barge, das den Buckelwal bei seinem Transport aus der Ostsee bislang vom offenen Wasser trennte, ist entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Lastkahn sichtbar weiter geflutet. (Bild vom 1. Mai 2026)

Die Lage beschreibt der Fachmann beinahe als „akustischen Nebel“: Schiffslärm und die Beschaffenheit des Meeresbodens absorbieren oder verfälschen die Echolotung des Wals. Ohne diese Orientierungshilfe könnte das Tier den Weg in die rettende Tiefsee für immer verpassen, auch wenn es schon in der Nordsee schwimmt.

Trotz der enormen Anstrengung der Helferinnen und Helfer bleibt Ritter skeptisch. Er warnt, dass die Umsiedlung des Tieres in eine andere Region zwar ein erforderlicher Eingriff war, aber noch lange keinen Erfolg garantiert. Die Gefahr einer erneuten Strandung durch den Aktionsstress und die Desorientierung ist weiterhin extrem hoch. Ob „Timmy“ die Stärke aufbringt, seinem Schicksal zu entgehen, werden die nächsten Stunden offenbaren. „Der Wal hat uns immer wieder überrascht“, räumt Ritter ein. „Es bleibt spannend.“ (jag)

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