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Vergewaltigungs-Skandal in BerlinStadträtin spricht – und wirft neue Fragen auf

Sarah Nagel in einem Flur

Copyright: IMAGO / Sabine Gudath

Sarah Nagel in einem Flur.

Nach schweren Vorwürfen: Jetzt redet die verantwortliche Politikerin!

Ein schrecklicher Verdacht sorgt in Berlin für Entsetzen: In einem Jugendtreff in der Wutzkyallee soll eine Vergewaltigung stattgefunden haben – und das zuständige Amt soll weggeschaut haben. Nun meldet sich die Neuköllner Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) zu Wort, doch ihre Stellungnahme lässt viele im Unklaren.

In einer offiziellen Mitteilung widerspricht Nagel dem Vorwurf des Vertuschens mit Nachdruck. Die lückenlose Aufklärung sei ihr ein „persönliches Anliegen“. Sie stellt klar, dass es „keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen“ gegeben habe. Teams des Clubs und des Jugendamts hätten sich beraten und externe Experten eingeschaltet. Das berichtet „FOCUS online“.

Nagels Erklärung: „Kein Versuch der Vertuschung“

Warum aber wurde die Polizei nicht alarmiert? Laut Nagel habe das Jugendamt beschlossen, eine Strafanzeige nur mit Zustimmung des Opfers zu erstatten. Dies sei eine „übliche Vorgehensweise“ bei gefährdeten Jugendlichen, wenn keine unmittelbare Gefahr drohe. Auch die Unterstellung, die Herkunft der mutmaßlichen Täter habe die Entscheidung beeinflusst, weist sie scharf zurück: „Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle“.

Kritiker bohren nach: Was wird hier verschwiegen?

Trotz dieser Worte bleiben viele Ungereimtheiten. Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht von einem „kommunikativen Desaster“. Ein detaillierter Fragenkatalog von FOCUS online blieb von der Stadträtin in entscheidenden Punkten unbeantwortet.

Besonders brisant: Zuerst hieß es vom Amt, eine Anzeige sei nicht erstattet worden, weil die Namen von Täter und Opfer unbekannt seien. Wie kann das sein, wenn eine Mitarbeiterin die Tat unterbrochen und sogar Hausverbote ausgesprochen hat? Unklar ist auch, warum Nagel erst am 2. März informiert wurde, obwohl der Fall dem Jugendamt schon seit Januar bekannt war. Und die vielleicht schockierendste Frage: Sind das Entfernen einer Zimmertür und die Vereinbarung eines „Safewords“ wirklich fachlich vertretbare Maßnahmen nach einem Vergewaltigungsvorwurf?

Die Opposition im Bezirk läuft Sturm. CDU-Fraktionschef Markus Oegel erkennt eine „Tendenz“ zum Wegschauen bei bestimmten Tätergruppen. Der Berliner Staatssekretär Falko Liecke (CDU) fordert eine schnelle Klärung noch vor Ostern, denn: „Es geht darum, das mutmaßliche Opfer zu schützen.“ Nagel hat nun angekündigt, einen unabhängigen Experten für die weitere Aufarbeitung hinzuzuziehen. „Sexualisierter Gewalt und patriarchalen Strukturen, die diese begünstigen, muss konsequent begegnet werden“, so die Stadträtin. Der Jugendclub in der Wutzkyallee bleibt vorerst geschlossen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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