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Kaum zu glaubenHat sich dieses „vegetarische“ Krokodil 80 Jahre nur von Reis ernährt?

Das Foto vom 10. Oktober 2022 zeigt indische Männer in weißen Gewändern, die vor einem gläsernen Sarg mit dem toten Krokodil Babia sitzen.

Copyright: picture alliance/dpa/AP

Das „göttliche“ Tempel-Krokodil Babia wurde von einer indischen Glaubensgemeinschaft beigesetzt, wie das Foto vom 10. Oktober 2022 zeigt.

Dass man auch zu Krokodilen eine emotionale Bindung aufbauen kann, bewies eine Gruppe von Gläubigen in Südindien: Den Tod eines ganz besonderen Reptils würdigte sie mit einem emotionalen Ritual. 

Hunderte Menschen haben in Indien einem als heilig verehrten Krokodil bei einer rituellen Begräbniszeremonie die letzte Ehre erwiesen. Das Reptil namens Babia galt als heilig, auch weil es sich angeblich jahrzehntelang rein vegetarisch ernährte und einen Hindutempel bewachte.

Das Krokodil soll nie ein anderes Tier oder einen Menschen angegriffen haben – auch keine Kinder, die es besuchten. Babia wurde am Montagmorgen (10. Oktober 2022) leblos im See treibend aufgefunden, nachdem das Reptil Berichten zufolge mehrere Tage lang keine Nahrung zu sich genommen hatte.

Indien: Liebevolle Beisetzung von Tempel-Krokodil

Es habe den für seine aufwändigen Skulpturen bekannten Sri-Ananthapadmanabha-Swamy-Tempel in Kasaragod im südlichen Bundesstaat Kerala bewacht und fast 80 Jahre lang in dem dazugehörigen See gelebt, sagte Tempelsekretär Ramachandran Bhat am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Bei der Trauerzeremonie wurde der schuppige Leichnam mit Blumen geschmückt und gesegnet, bevor er auf einem Bett aus Kokosnussblättern auf einer Sänfte durch die Menge der Trauernden getragen und dann auf dem Tempelgelände beigesetzt wurde.

Der Tempel in Kasaragod, der dem Hindu-Gott Vishnu gewidmet ist, ist rund 3.000 Jahre alt. Seit Jahrhunderten werde er von einem einzelnen „göttlichen“ Krokodil beschützt, sagte Bhat der AFP. „Das letzte göttliche Krokodil wurde 1940 vom britischen Militär erschossen und danach tauchte Babia im See auf“, sagte Bhat. Niemand könne sagen, woher es gekommen sei.

Den Gläubigen zufolge ernährte sich Babia von „Prasadam“, einer von Tempelpriestern gesegneten Portion aus Reis und Zucker. Doch Bhat stützte diese Annahme nicht – „weil es Fische im See gibt“. (afp/hl)

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