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Justiz-Skandal nach 65 JahrenTodesurteil gegen unschuldigen Mann aufgehoben

Statue von Justitia mit verbundenen Augen

Justitia symbolisiert Gerechtigkeit nach aufgehobener Todesstrafe (Symbolbild).

Ein unfassbares Unrecht wird endlich korrigiert.

Ein Justiz-Skandal, der Jahrzehnte schlummerte, kommt jetzt zu einem späten, aber entscheidenden Abschluss. Posthum wurde Tommy Lee Walker, ein Afroamerikaner, der 1959 exekutiert worden war, von der Mordanschuldigung reingewaschen. Das damalige Todesurteil wurde von einem Gericht in Dallas aufgehoben – ein schockierender Fall von „rassistischer Ungerechtigkeit“, wie die Staatsanwaltschaft des Bezirks nun einräumt.

Die schreckliche Geschichte nahm am 30. September 1953 ihren Anfang. Venice Lorraine Parker, 31 Jahre alt, wurde nahe des Flughafens Dallas Love Field auf dem Weg zu einer Haltestelle grausam attackiert. Man schleifte sie in eine Schlucht, misshandelte und verging sich an ihr, ehe der Angreifer ihr den Hals aufschnitt. Zwei Angestellte des Flughafens eilten ihr zu Hilfe und brachten sie in eine Klinik, doch sie starb an ihren furchtbaren Wunden. Ein Beamter gab später zu Protokoll, Parker hätte ihm mitgeteilt, dass ein Afroamerikaner sie überfallen habe. Diese Behauptung wurde aber von anderen Anwesenden entkräftet, die aussagten, das Opfer habe unter Krämpfen gelitten und sei nicht mehr fähig gewesen zu reden. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Walkers Schuldspruch kam damals von Geschworenen, die allesamt weiß waren. Dies geschah in der Ära der berüchtigten Jim-Crow-Gesetze. Diese Gesetze sorgten in manchen US-Regionen selbst Jahrzehnte nach dem Ende des Bürgerkriegs für eine gesetzlich verankerte, strenge Trennung nach Hautfarbe und machten Rassismus praktisch legal. In diesem Klima geriet Walker ins Fadenkreuz der Ermittler.

John Creuzot, der amtierende Bezirksstaatsanwalt für Dallas County, äußerte sich unmissverständlich zu den damaligen Ereignissen. Eine Anklage gegen Tommy Lee Walker hätte es nie geben dürfen. Allein seine Hautfarbe sei der Grund für die Festnahme gewesen, und man habe ihn zu einer Aussage genötigt, die er umgehend zurückzog. „Es ist meine Pflicht, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um das Unrecht der Vergangenheit wiedergutzumachen“, betonte Creuzot. Er fügte hinzu: „Das Strafrechtssystem hat ihn im Stich gelassen.“

Im Gerichtssaal spielte sich nach der Verkündung der Entscheidung eine zutiefst emotionale Szene ab. Ted Smith (72), der seinen Vater mit nur zwei Jahren durch den elektrischen Stuhl verlor, und Joseph Parker, dessen Mutter getötet wurde, als er vier Jahre alt war, fielen sich in die Arme. Ein Augenblick der Aussöhnung nach einem ganzen Leben, das von dieser Katastrophe überschattet war. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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