In Mailand liefern sich Jugendliche am Rande einer Demonstration gegen hohe Lebenshaltungskosten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch anderswo eskaliert die Lage. Was hinter dem Protest steht.
Urlaubsmetropole wird SchlachtfeldMaskierte stürmen Einkaufspassage – Touris flüchten

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Mailand wird zum Schlachtfeld. Jugendliche liefern sich auf der zentralen Piazza Duomo Straßenkämpfe mit der Polizei.
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Wie in Frankreich ist es auch in Italien am Rande friedlicher Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.
Betroffen war vor allem die norditalienische Metropole Mailand, wo schwarz gekleidete, vermummte Jugendliche die Polizei auf der zentralen Piazza Duomo mit Feuerwerkskörpern und Flaschen bewarfen sowie Barrikaden errichteten, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Die Polizei habe sich zunächst zurückziehen und auf Verstärkung warten müssen.
Touristen flüchten in Boutiquen – auch andere Städte betroffen
Auf Videos in den Sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie Touristen in die Boutiquen der Einkaufspassage flüchten und filmen, wie die Menge die Außengastronomie der Luxusgeschäfte verwüstet. Andere suchen Zuflucht in der U-Bahn, doch die Tränengaswolken – Hunderte von Tränengasgranaten wurden abgefeuert – erreichen auch diesen Ort.
Auch in anderen Städten wie Turin, Bologna und Bergamo kam es demnach zu Zusammenstößen, bei denen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei geworfen wurden. Allein in Mailand seien mindestens vier Polizisten und 20 Demonstranten verletzt sowie über 50 Jugendliche festgenommen worden. Die Hälfte von ihnen war minderjährig, wie Ansa weiter berichtete.
Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt. „Demonstrieren ist ein Recht, aber unsere Städte in Brand zu setzen nicht“, wurde sie zitiert. Auch der linksgerichtete Bürgermeister der wirtschaftsstarken Metropole Mailand, Giuseppe Sala, verurteilte die Ausschreitungen, äußerte aber auch Verständnis für den Unmut vieler Menschen.
„Die Gründe für den Protest waren verständlich. Die Gewalt gegen die Polizei und die schweren Schäden an der Stadt sind aber nicht zu rechtfertigen“, sagte er.
Vor allem Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen werden durch die Inflation, hohe Benzin- und Dieselpreise stark belastet, während die Reallöhne stagnieren. In den Ballungszentren fehlt es zudem an bezahlbarem Wohnraum. (dpa/mg)

