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Ur-Opa auf MelatenDer deutsche Fotograf aus dem World Trade Center

Fotograf Ralf Uicker im World Trade Center

Copyright: Ralf Uicker/UICKER.COM

Das Foto zeigt Ralf Uicker im Verkaufsshop des World Trade Centers nahe der Aussichtsplattform  – sein Bild der Türme hängt gerahmt neben ihm. 

Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September hält die Welt heute inne und gedenkt der unfassbaren Ereignisse und der Opfer – an nur einem Tag riss der Terrorangriff fast 3000 Menschen in den Tod. 

Vor 25 Jahren, am 11. September 2001, erlebte die Menschheit den größten Terrorangriff der Geschichte. Ein Al-Kaida-Kommando aus insgesamt 19 islamistischen Terroristen verwandelte vier Flugzeuge in fliegende Bomben, zwei der entführten Passagiermaschinen steuerten die Männer in die Zwillingstürme des World Trade Center in New York. 

EXPRESS.de erzählt zum Jahrestag die Geschichte zu einem der berühmtesten Fotos des ikonischen Bauwerks, das beides gleichzeitig war: Ein Wahrzeichen New Yorks und einzigartiges Symbol der technologischen und wirtschaftlichen Supermacht USA. Das Foto entstand 1988, der Fotograf ist ein Deutscher: Ralf Uicker (67) aus Karlsruhe.

Ikonische Bilder stammen von einem deutschen Fotografen

Das Foto erscheint als beeindruckendes Poster in der heutigen Ausgabe des gedruckten EXPRESS, versehen mit einer Signatur des Fotografen (in den Verkaufskästen und im Handel erhältlich). Die Geschichte, wie das Bild in den EXPRESS und auf EXPRESS.de gelangte, beginnt in Köln. Denn Uicker hat im Laufe mehrerer Jahre zahlreiche Bilder des World Trade Center gefertigt.

Eines, es zeigt die New Yorker Skyline in der Nacht mit den Zwillingstürmen im Zentrum, hängt im Unternehmenssitz des Kölner Gastronomen Yahya Firat, der als Kölner Disco-König bekannt ist. „Photography by Ralf Uicker“ steht unten geschrieben.

Zwei Tage nach einer Mailanfrage meldet sich der Fotokünstler zurück. Die Anschläge vom 11. September haben auch das Leben von Ralf Uicker dramatisch verändert. Das World Trade Center gehörte zu seiner Existenz. „Die Anschläge haben mich tief getroffen. Ich bin in eine Lebenskrise geraten“, erzählt Uicker.

Das berührende hochformatige Poster-Motiv, das die Türme so mächtig wie auch filigran erscheinen lässt, war ein Meilenstein seiner Laufbahn. Der junge Fotograf, der zuvor eine Werbeagentur in Karlsruhe betrieben hatte, hatte in New York sein Glück versucht. Und er hatte Händchen bewiesen.

Fotograf Ralf Uicker

Copyright: Ralf Uicker/UICKER.COM

Ralf Uicker sitzt in Karlsruhe über einem seiner Motive, die das World Trade Center zeigen.

„Für die Aufnahme habe ich drei Wochen lang die Lichtverhältnisse studiert und die Gegebenheiten am Hudson River. Ich habe ein paar Segler kennengelernt – und dann zwei erwischt, als sie am World Trade Center vorbeifuhren.“ Ein Volltreffer, der ihm weitere Aufträge der Firma „Lucky Enterprises“ bescherte.

Uickers Fotos wurden als Großformate zum Verkaufsrenner, sie waren in den New Yorker Bookstores zu haben oder im berühmten Museum of Modern Art (MOMA) und auch im Shop des World Trade Center. Das war es aber noch längst nicht. Später verkaufte Uicker seine Kunstdrucke an IKEA – in 64 Ländern wurden die Motive fortan gerahmt angeboten.

Die weltweit am meisten verbreiteten Fotos des World Trade Center stammen damit von dem Badenser, der Wurzeln im Rheinland hat – seine Urgroßeltern liegen auf dem Kölner Melaten-Friedhof.

Die Anschläge vom 11. September waren dann ein Schock. Uicker kannte mehrere Opfer aus dem World Trade Center persönlich. Als er sich an jenem Tag telefonisch über den Verbleib der Chefin des Shops erkundigte, erhielt er die niederschmetternde Antwort: „ She was on Point.“ Sie war pünktlich.

Die ersten Tage habe er sich vor den schrecklichen Nachrichten abschirmen wollen. Später, als die Spuren der Terroristen auch nach Deutschland führten, verkehrte sich die Haltung ins Gegenteil: „Ich wollte alles wissen, ich war verrückt nach jedem Detail zu den Tätern und ihren Taten. Das hat mich sehr lange beschäftigt und auch psychisch angegriffen. Ich habe mich in Jahren da wieder rausgekämpft.“

Ein Bus liegt neben der Straße auf der Seite, Rettungskräfte wuseln herum.
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