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Unwetter-Horror Tornado schlägt Schneise der Verwüstung durch Dorf: „Dachten, die Welt geht unter“

Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume: Ein Unwetter hat im Saarland Spuren der Verwüstung hinterlassen. Die Aufräumarbeiten sind voll im Gange.

Plötzlich ist der Himmel ganz schwarz. Und dann wird es wahnsinnig laut. „Es dröhnte, als ob ein Jet über unser Haus fliegt. Wir dachten, die Welt geht unter“, sagte Gerd Glasner im saarländischen Marpingen-Urexweiler am Freitag. „Es war ein Schock.“ Glasner ist einer von rund 40 Hausbesitzern, deren Dächer bei dem Unwetter mit Sturm und Hagel am Donnerstag teilweise abgedeckt worden.

Am Tag danach sagt er: „Zum Glück haben wir undichte Stellen schon wieder abgedichtet.“

Aufwendige Aufräumarbeiten nach Unwetter im Saarland

In dem Ort mit rund 2700 Einwohnern sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. An den Häusern stehen Gerüste, Dachdecker sind auf vielen Gebäuden zu sehen. „Die Lage ist gesichert und stabil“, sagte der Bürgermeister von Marpingen, Volker Weber (SPD). „Wir müssen schauen, was in den nächsten Tagen alles noch so notwendig ist.“

Alles zum Thema Deutscher Wetterdienst

Glücklicherweise habe es keine Verletzten gegeben. „Aber für die Menschen hier war das ein Schock.“

Der Leiter des Katastrophenschutzes im Landkreis St. Wendel, Dirk Schäfer, berichtete von 53 Einsatzstellen. „Die Notrufe kamen Schlag auf Schlag.“ Urexweiler habe es besonders getroffen, aber auch Remmesweiler und Oberlinxweiler, ein Teil von St. Wendel. Dort zog das Unwetter dem Katastrophenschutz zufolge aber größtenteils über unbewohntes Gebiet.

Windhose schlägt Schneise durch den Ort

„Hier kam es ganz dunkel an und schlug dann dort eine Schneise“, berichtete eine Anwohnerin in Urexweiler und zeigte auf Gärten und Grünland zwischen zwei Straßen. In den Gärten liegen entwurzelte und abgeknickte Bäume. „Auf meinem Hof war ein richtiger Kreisel zu sehen. Die Blumenkästen und die Gartenmöbel sind einfach hochgeflogen. Es ging alles ganz schnell“, sagte sie.

Mehrere Medien berichteten von einem Tornado, der Deutsche Wetterdienst (DWD) konnte das am Freitag zunächst nicht bestätigen. Die Wetterseite „Tornadoliste.de“ stufte den Sturm bereits als Tornado ein. Die Feuerwehr sprach von Windgeschwindigkeiten von 150 bis 180 Stundenkilometern.

Gewalt des Sturms: „Auch Dachsparren flogen weg“

Nach dem Unwetter habe die Straße voll mit Dachziegeln gelegen, erzählte Anwohner Josef Walter. Bei seinem Haus hatte der Sturm besonders viel abgedeckt. „Auch Dachsparren flogen weg.“ Bürgermeister Weber sprach von „erschreckenden Bildern“ und „Trümmern“, die er am Donnerstag gesehen habe.

Die genaue Anzahl von beschädigten Gebäuden und Fahrzeugen sei noch unklar, teilte das Innenministerium in Saarbrücken mit. Durch herabfallenden Ziegel und umgefallenen Bäumen seien auch Fahrzeuge beschädigt worden. Zudem habe es Stromausfälle gegeben.Der Einsatz von Freiwilligen, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz (DRK) habe bestens funktioniert, sagte Schäfer. Dächer seien schnell provisorisch abgedeckt worden und die Nacht hätten alle Bewohner trotz starker Regenfälle in ihren Wohnungen verbringen können.

Innenminister macht sich selbst ein Bild nach Unwetter

Vor Ort war am frühen Donnerstagabend auch der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD), um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Es war eine Schneise der Verwüstung“, sagte Jost am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Große Schäden habe es etwa in einem Autohaus gegeben. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) dankte allen Helfern. „So schlimm Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und anderem auch sind: Welch ein Glück, dass niemand verletzt wurde.“

Auch Jost dankte den über hundert Helferinnen und Helfern, die bis in die Nacht Häuser repariert, Straßen freigeräumt sowie eine unterbrochene Stromversorgung wiederhergestellt hätten. „Feuerwehr, THW und DRK haben wieder mal gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann“, so Jost. (dpa)

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