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Deutschlands bekanntester UFO-Jäger„Bekommen jeden zweiten Tag eine Meldung“

UFO-Forscher Hans-Werner Peiniger sitzt vor zwei Computermonitoren an einem Schreibtisch und wertet Aufnahmen aus.

Copyright: Laura Schmidl

Hans-Werner Peiniger im Büro der „Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens“. In den Regalen an den Wänden sammeln sich hunderte Bücher über Ufos und Aliens. Nur keine Beweise für deren Existenz.

EXPRESS sucht nach „fliegenden Untertassen“: Besuch bei Deutschlands bekanntestem UFO-Forscher Hans-Werner Peiniger.

Ein dunkler Streifen vor gewitter-violettem Himmel, gebannt auf Video, verunsicherte den Mann – ist das verschwommene Objekt, das da von oben links nach unten rechts huscht, womöglich von einem anderen Stern? Der Mann suchte nach Antworten – bei Deutschlands wohl bekanntestem Ufo-Detektiv.

„Tja“, sagt Hans-Werner Peiniger nüchtern, „das war einfach ein Insekt, das während der Aufnahme durch das Bild im Nahbereich der Kamera geflogen ist“. Fall gelöst. Der 69-Jährige ist Ufo-Forscher und seit 1972 – seitdem er 15 ist – Vorsitzender der „Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens“ (GEP). Gegründet von ihm selbst, damals noch als „UFO-Jugendclub Lüdenscheid“. Seit Jahrzehnten klärt der Rentner und ehemalige Telekom-Techniker vermeintliche Ufo-Sichtungen auf. „Durchschnittlich kommt jeden zweiten Tag eine Meldung rein“, sagt er.

UFO-Forscher: Alien-Hype ist momentan groß

Derzeit ist der Ufo-Hype wieder größer. Für die Leute sind etliche Dinge Ufos, erzählt Peiniger – Insekten, Blütenpollen, Vögel, Flugzeuge, Satelliten, Straßenlaternen, Heißluftballons, Hubschrauber und der Klassiker: Wetterballons. Manchmal auch der Mond. Wobei all diese Dinge das ja auch sind, also Ufos – zumindest kurzzeitig und im engsten Wortsinn: Unbekannte Flugobjekte eben. UAP – Unidentified Anomalous Phenomena (dt.: unidentifizierte anormale Phänomene) – wie man heute eher sagt, klingt da nochmal mysteriöser.

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Außerirdische Besucher waren jedenfalls bei über 6500 überprüften Sichtungen noch nicht dabei – und Peiniger geht auch nicht davon aus, zu Lebzeiten noch Aliens zu begegnen. Inzwischen, sagt er, sei er überzeugt, dass keine extraterrestrischen Wesen die Erde besuchen. Früher, als Kind und Jugendlicher, als er mit der Taschenlampe Signale in den Himmel leuchtete, in der Hoffnung auf eine extraterrestrische Antwort, war das anders. Heute zählt er sich zu den kritischen Geistern. „Mir macht einfach die detektivische Arbeit Spaß“, sagt er.

Blick auf einen Monitor, der einen Himmel mit schwarzen Stippen zeigt. Vor dem Monitor: eine Computertastatur.

Copyright: Laura Schmidl

Das Bild ist ein Summenbild aus einem Video, das ein Mann von einem Gewitter machte. Das schwarze „Ufo“, es war eigentlich ein Insekt.

Und dafür besitzt Peiniger im GEP-Büro in einer ruhigen Straße in Lüdenscheid eine ganze Reihe an Instrumentarien: „Eine automatische Kamera-Station, die noch in der Entwicklung ist; ein Passiv-Radar; ein sogenanntes Madar, das Anomalien im Erdmagnetfeld misst; ein Geigerzähler – wir sind an ein internationales Netz angeschlossen, das die Radioaktivität auch über Deutschland misst“, zählt er auf. Ein Computerprogramm zeigt außerdem sämtliche Flugaktivitäten, inklusive militärischer. Ein anderes die Sternenkonstellationen.

„Wenn eine Sichtung reinkommt, setzen wir uns zuerst mit dem Zeugen in Verbindung. Dann wird nachgeschaut: Wie sah der Luftraum aus? Wie die astronomische Situation? Die meteorologischen Daten werden rekonstruiert, wenn es erforderlich ist.“ Und dann gehe es nach Wahrscheinlichkeiten – hundertprozentige Gewissheit gebe es selten. „Aber wenn etwas bellt wie ein Hund, aussieht wie ein Hund, sich bewegt wie ein Hund – ist es sehr wahrscheinlich ein Hund.“

Ein Ufo am Himmel

Copyright: Archiv der GEP

Dieses Foto sorgte im Jahr 1994 für mächtig Wirbel. Am Ende war es nur ein Jungen-Streich.

Peiniger erinnert sich an einen aufsehenerregenden Fall von 1994: Ein Foto, aufgenommen von Schülern mit einer Polaroidkamera, zeigt ein Objekt am Himmel – eine fliegende Untertasse, direkt über den Baumwipfeln von Fehrenbach in Thüringen! Eine Sensation. Die Ufo-Sichtung machte schnell überregionale Schlagzeilen. Und: „Es gab eine Gruppe von Wissenschaftlern aus dem Raum München, die anhand der Aufnahmen die Größe des Objekts auf etwa acht bis neun Meter ermittelten“, sagt Peiniger.

Bei ihm aber klingelte etwas. „Am Tag, bevor die Jungs die Fotos machten, lief eine Ufo-Doku im Fernsehen.“ Zu gut für einen Zufall? Peiniger hatte einen Verdacht. Stöberte durch Spielzeugläden. Und wurde fündig: „Ich kann es Ihnen zeigen“, sagt Peiniger. Das vermeintliche Raumschiff: Ein braunes Plastikspielzeug „Made in China“, kaum größer als eine Hand. Identisch zu dem auf dem Foto. Die Kids hatten den „Robo-Saucer“ in die Luft geworfen.

Drei bis fünf Prozent aller Fälle bleiben tatsächlich ungelöst: „Vielleicht stecken noch unbekannte Naturphänomene dahinter, womöglich spielen psychologische Faktoren bei den Zeugen eine Rolle. Oder es verbergen sich doch Aliens dahinter. Wir wissen es nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr klein.“ Dass es außerirdisches Leben gibt, daran hat Peiniger keine Zweifel. „Das Weltall ist unendlich groß, da müsste es auch unendlich viele Lebensformen geben. Die Frage ist: Existiert eine technisch intelligente Zivilisation, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem wir existieren?“

Eine vermeintliche "fliegende Untertasse" am Himmel über Sizilien

Copyright: Archiv der GEP

Was ist das? Diese Sichtung auf Sizilien ist seit 1987 ungeklärt.

Deutlich realere „Besuche“ gibt es indes: „Tatsächlich bekommen wir hin und wieder Drohnen rein, die in der Nähe kritischer Infrastruktur oder Militäranlagen fliegen. Da kann man von ausgehen, dass da auch mal eine Spionage-Drohne dabei ist“, sagt Peiniger. Und wenn es doch mal Aliens sind? „Ich glaube, unser Alltag würde sich gar nicht groß ändern“, sagt Peiniger. Und auch wenn er nicht daran glaubt: „Es kann schon morgen der Tag sein, der uns eines Besseren belehrt. Im Hinterstübchen bleibt immer eine Tür öffen.“ Wenn auch nur einen Spalt breit.

Das sind die UFO-Akten der USA

Aufsehen erregt hat die Veröffentlichung der Ufo- bzw. UAP-Akten des Verteidigungsministeriums der USA im Mai 2026. Zu sehen: Mal leuchtende, blinkende, mal schwarze Punkte, die sich durchs Bild bewegen, aufgenommen etwa von Wärmebildkameras von Kampfflugzeugen.

Hans-Werner Peiniger ist nicht überzeugt: „Man kennt gar nicht den Hintergrund der Aufnahmen, die Daten sind teilweise geschwärzt. Man muss außerdem berücksichtigen: Die Flugzeuge bewegen sich, die Kamera bewegt sich, das Objekt bewegt sich. Dadurch erscheint es auf der Aufnahme ganz ungewöhnlich.“ So könnten auch Vögel wie etwas Mysteriöses erscheinen. Kritiker werfen US-Präsident Donald Trump vor, mit den UAP-Akten vom Epstein-Skandal ablenken zu wollen.

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