Ein unfassbares Verbrechen erschüttert die Region. Ein Ehemann muss für immer hinter Gitter, weil er seine Partnerin ermordete.
Tragödie am EinschulungstagMann (36) tötet seine Frau – Gericht verurteilt ihn zu lebenslang

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Der 36-jährige Angeklagte wurde überraschend zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Ein unerwarteter Richterspruch im Fall einer in Monheim getöteten zweifachen Mutter: Ihr Ehemann (36) wurde vom Düsseldorfer Landgericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Die Richter gingen damit deutlich über die Forderung der Anklagebehörde hinaus. Diese hatte auf Totschlag erkannt und eine zehnjährige Haftstrafe beantragt, wie die „dpa“ meldet.
Heimtücke: Darum wertete das Gericht die Tat als Mord
Sieben Monate zuvor wurde der leblose Körper der 35-Jährigen in einem Wohnhaus in Monheim (Kreis Mettmann) entdeckt. Mit seinem Urteil schloss sich das Gericht der Forderung der Nebenklage an, die auf eine Verurteilung wegen Mordes bestanden hatte.
Anders als die Staatsanwaltschaft sah die Strafkammer das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben an. „Die Frau war arg- und wehrlos“, so die Begründung des Vorsitzenden Richters Rainer Drees. Sie habe mit einer Attacke von hinten nicht rechnen können und besaß im kleinen Schlafzimmer keine Möglichkeit zur Gegenwehr.
Nach der Bluttat stellte sich der Beschuldigte den Behörden und räumte die Tat auch vor den Richtern ein. „Ja, ich habe die Tat begangen und meine Frau getötet“, erklärte der 36-Jährige bei Prozessauftakt. „Ich habe meinen Kindern die Mutter genommen. Ich schäme mich.“
Spielsucht und 46.000 Euro Schulden als Auslöser
Als Motiv für sein Handeln gab der Schichtarbeiter seine Glücksspielabhängigkeit an. „Sie hat mir wieder mal Vorwürfe gemacht, weil ich vom Konto Geld abgehoben und ausgegeben hatte“, sagte er im Prozess. Ein Schuldenberg von insgesamt 46.000 Euro hatte sich bei ihm aufgetürmt.
Seine Partnerin, die in Leverkusen ein eigenes Friseurgeschäft führte, hatte ihm kurz vor dem Verbrechen mitgeteilt, dass sie die Scheidung wolle. „Da habe ich schwarzgesehen“, räumte der Deutsch-Türke ein. Er habe die 35-Jährige erst auf dem gemeinsamen Bett gewürgt und sie anschließend mit seinem Knie auf ihrem Hals getötet.
Tragödie am Tag der Einschulung
Ein besonders herzzerreißendes Detail: Die ältere der beiden Töchter hatte genau am Tag des Verbrechens ihren allerersten Schultag. Nach der Tat holte der Vater die damals vier und sechs Jahre alten Kinder aus dem Bett, verließ mit ihnen das Haus und fuhr mit dem Wagen nach Leverkusen. Auf einer dortigen Polizeidienststelle meldete er sich und gab zu Protokoll, er habe seine Gattin in einem Streit umgebracht.
Die Anwälte des Verurteilten, die ihrerseits auf eine Verurteilung wegen Totschlags sowie eine „milde Strafe“ gepocht hatten, wollen das Urteil nun anfechten. (red)
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