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Urlaubsorte am Mittelmeer verwüstetTornados sorgen für Chaos – Autos überschlagen sich

Zahlreiche Videos im Netz zeigen das Chaos in Siziilien.

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Zahlreiche Videos im Netz zeigen das Chaos in Sizilien.

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Schockierende Szenen im Urlaubsgebiet am Mittelmeer: In Marsala auf Sizilien überschlugen sich Autos, Dächer wurden abgedeckt, eine Schule wurde verwüstet. Neun Menschen kamen ins Krankenhaus.

Fensterscheiben zerbersten, Bücherregale kippen um, Hefte und Blätter fliegen durch das Klassenzimmer. Draußen liegen Leitplanken quer auf der Straße, Autos liegen auf dem Dach.

Was eben noch als gewaltiges Naturschauspiel über dem Meer zu sehen war, hat in kurzer Zeit den Süden von Marsala erreicht.

„Das könnte der stärkste Tornado seit Jahrzehnten sein“

Am Freitagmorgen (9. Oktober 2026) bildeten sich vor dem Hafen der Stadt in der Provinz Trapani im Westen Siziliens zwei Tornados. Beide waren gleichzeitig unter einer Gewitterzelle zu sehen. Danach zogen sie über das Land und hinterließen im Süden von Marsala und im Nachbarort Petrosino eine Spur der Verwüstung.

Das Wetterportal „ilMeteo“ schrieb: „Das könnte der stärkste sizilianische Tornado seit mehreren Jahrzehnten sein.“

Auto in eine Schlucht geschleudert

In Petrosino erfasste eine der gigantischen Windhosen ein Auto und warf es in eine Schlucht. Nach Angaben des Portals „Marsala News“ wurden die beiden Insassen Dutzende Meter vom Auto entfernt gefunden. Das Paar soll schwer verletzt nach Palermo gebracht worden sein.

Nahe dem Stadion im Ortsteil Strasatti soll der Sturm mehrere Autos mit Menschen darin hochgehoben und auf das Dach geschleudert haben. Ein Augenzeuge schrieb in den sozialen Netzwerken: „Ich hatte noch nie solche Angst zu sterben wie vor ein paar Stunden.“ Der Tornado sei innerhalb von nur zwei Minuten auf die vierfache Größe angewachsen.

Kinder erlebten den Sturm im Klassenzimmer

Besonders schlimm traf es laut „Corriere della Sera“ die Schule „Alcide De Gasperi“ im Ortsteil Terrenove. Schüler und Lehrkräfte waren im Gebäude, als der Tornado kam. Fenster und Rahmen wurden herausgerissen, Regale stürzten um, überall lagen Glasscherben. Eltern eilten zur Schule und holten ihre Kinder ab. Ein Junge kam ins Krankenhaus, sein Zustand war nach ersten Angaben nicht ernst.

Die Gesundheitsbehörde ASP Trapani rief im Krankenhaus von Marsala den Notfallplan für einen Massenanfall von Verletzten aus. In die Notaufnahme kamen neun Menschen, vier Kinder und fünf Erwachsene. Sie hatten Schnittwunden und Schürfwunden. Die Betroffenen bekommen auch psychologische Hilfe.

Sturm knickt Strommasten um

Der Sturm knickte Strommasten um und schob Leitplanken auf die Fahrbahn. Mindestens zwei Häuser an der Straße wurden schwer beschädigt, viele Dächer wurden abgedeckt. Laut Berichten wurden hundert Jahre alte Bäume entwurzelt und Lagerhallen dem Erdboden gleichgemacht.

Schon am Vortag hatte der Zivilschutz der Region Sizilien für die Provinz die Warnstufe Gelb ausgerufen. Die Behörden baten die Menschen, äußerst vorsichtig zu sein und nicht in die betroffenen Gebiete zu fahren.

Immer häufiger Extremwetter im Mittelmeer-Raum

Es sind Szenen, die wir bislang eher aus den USA oder tropischen Regionen kannten. Woher kommt das extreme Wetter? Der Sommer 2026 hat das Mittelmeer auch vor Italien extrem aufgeheizt. Allein im Meeresschutzgebiet Ustica vor der Nordküste Siziliens lag die Temperatur an der Wasseroberfläche zeitweise 4,54 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt war das Meer im Sommer etwa ein Grad wärmer als im Jahr davor.

Genau diese Wärme kann in Urlaubsregionen am Mittelmeer zum Problem werden. Der Klimaforscher Antonello Pasini vom Nationalen Forschungsrat Italiens erklärte schon wenige Tage vor dem Unwetter laut „Corriere delle Sera“: „Die Wärme, die das Mittelmeer in immer größeren Mengen aufnimmt, bleibt nicht im Meer. Das Wasser verdunstet, es speist Wolken und Regen.“ Die an die Atmosphäre abgegebene Energie trage dazu bei, dass mehr Superzellen entstehen, mit heftigen Gewittern, sehr starken Winden, Wind- oder Wasserhosen, echten Tornados und den sogenannten „Mittelmeer-Hurrikans“.

Am gefährlichsten sei demnach der Herbst. Pasini: „Diese Extremereignisse werden in diesem Herbst wahrscheinlicher sein, wenn ein noch warmes Meer den Kontrast zu der kälteren Luft und den Tiefdruckgebieten aus höheren Breiten verstärkt.“ (mg)