„Zuerst dachte ich, es sei ein Aal“Tödlicher Fund in Urlaubsregion am Mittelmeer

Ein Angler in Rijeka dachte zuerst, er habe einen Aal gefangen. Tatsächlich hing ein Hasenkopf-Kugelfisch an seiner Angel. Das Gift des Fisches kann Lähmungen und Atemstillstand auslösen.

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Ein Angler in Rijeka dachte zuerst, er habe einen Aal gefangen. Tatsächlich hing ein Hasenkopf-Kugelfisch an seiner Angel. Das Gift des Fisches kann Lähmungen und Atemstillstand auslösen.

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An der kroatischen Adria hat ein Angler einen Hasenkopf-Kugelfisch aus dem Wasser gezogen. Das Tier enthält ein Nervengift, das Lähmungen und Atemstillstand auslösen kann. Nun landet der Fisch im Museum.

Dražen Puškaš steht abends am Ufer in Rijeka, an der kroatischen Adria, die Angel in der Hand. Er will Blaufische fangen, vielleicht später noch Tintenfische. 45 Minuten lang tut sich nichts. Vier, fünf verschiedene Köder für die Wasseroberfläche probiert er aus. Dann wechselt er auf einen 40 Gramm schweren Grundköder, einen sogenannten Jig.

Nach drei Würfen spürt er ein Gewicht an der Rute. Was er wenig später an Land zieht, ist einer der giftigsten Fische, die es gibt. Sein Fang sorgt für jede Menge Wirbel in der Urlaubsregion.

„Ich hielt ihn mit einer Zange fest, um den Köder zu entfernen“

Zuerst glaubt der Angler, sein Köder habe sich am Meeresgrund verhakt. „Nachdem ich etwas stärker an der Rute gezogen hatte, merkte ich, dass es sich langsam herausbewegt, aber es gab kein Rucken oder Ziehen, an dem ich erkannt hätte, dass ein Fisch an der Angel ist“, erzählte Puškaš der kroatischen Zeitung „Novi List“. Erst kurz vor dem Ufer, als der Fisch schon an der Oberfläche war, sei er „ein wenig aufgewacht“.

Dann der Blick ins Wasser. „Zuerst dachte ich, es sei ein Aal. Dann sah ich jedoch die grauen Flecken auf seinem Rücken. Normalerweise fasse ich Fische, die ich nicht kenne, nicht mit den Händen an. Deshalb hielt ich ihn mit einer Zange fest, um den Köder zu entfernen“, sagte Puškaš. Zum Glück, wie sich später herausstellt!

Weder der Angler noch die anderen Anwesenden kannten den Fisch. Puškaš machte Fotos und suchte im Internet. Das Ergebnis machte ihn sprachlos: Es ist ein Hasenkopf-Kugelfisch, wissenschaftlich Lagocephalus sceleratus, auch als Silberstreifen-Kugelfisch bekannt. Das Tier wog rund 1,5 Kilogramm.

Gift um ein Vielfaches stärker als Zyankali

Der Fisch enthält Tetrodotoxin, ein extrem starkes Nervengift. Laut „Novi List“ ist es 1250-mal stärker als Zyankali. Am höchsten ist die Konzentration in den Eierstöcken, das Gift steckt aber auch in Haut, Muskeln und Leber. Eine Vergiftung kann Muskellähmungen, Atemstillstand und Herzversagen verursachen. Erste Anzeichen treten laut dem Bericht innerhalb einer Stunde auf: Juckreiz auf der Zunge und im Mund, danach Übelkeit, starke Bauchschmerzen und Durchfall.

Die Zeitung rät, den Fisch am besten gar nicht zu berühren und bei einer Vergiftung so schnell wie möglich ärztliche Hilfe zu suchen. Puškaš hat also alles richtig gemacht. Weil es sich um eine invasive Art handelt, wollte er den Fisch nicht zurück ins Meer setzen. Stattdessen übergab er ihn dem Naturkundemuseum in Rijeka.

In Japan eine teure Delikatesse

Kurios: Trotz seines Giftes gilt der Fisch unter dem Namen Fugu in Japan als eine der teuersten Delikatessen. Zubereiten dürfen ihn dort nur speziell ausgebildete Köche. Laut „Novi List“ sterben in Japan dennoch jedes Jahr rund 200 Menschen an einer Vergiftung durch diese Art.

Eigentlich ist der Kugelfisch im Indischen und Pazifischen Ozean zu Hause. Über den Suezkanal gelangte er aus dem Roten Meer ins Mittelmeer und breitet sich dort seit Jahren aus. In der Adria wurde er erstmals 2012 in der Region um Dubrovnik nachgewiesen.

Tödlicher Fisch wandert immer weiter in den Norden

Seitdem tauchen Exemplare immer weiter nördlich auf, jetzt auch in Rijeka. Eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie hat nach Angaben des kroatischen Portals „tportal“ innerhalb weniger Frühlingswochen fünf neue Funde entlang der östlichen Adriaküste gezählt. Das deutet darauf hin, dass sich die Art weiter ausbreitet.

Neben dem Gift hat der Kugelfisch sehr kräftige Zähne, mit denen er Angelzeug und Fischernetze beschädigen kann. Für Fischer ist er deshalb ein Problem, und auch für das Ökosystem im Meer kann er eine Gefahr werden. (mg)