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Tödlicher Crash in New YorkMachten zwei Fluglotsen einfach früher Feierabend?

Ein Flugzeug von Air Canada steht beschädigt auf einer Landebahn, Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Copyright: AFP

Eine CRJ-900 von Air Canada Express steht auf der Start- und Landebahn, nachdem sie am 23. März 2026 auf dem Flughafen LaGuardia in New York mit einem Feuerwehrfahrzeug der Hafenbehörde kollidiert war.

Zwei Piloten sterben bei einem Horror-Crash am Flughafen. Der Grund für die Katastrophe ist unfassbar.

Es ist der späte Abend des 22. März 2026 am Airport LaGuardia in New York. Starker Regen hat den Zeitplan komplett über den Haufen geworfen, die Start- und Landebahnen sind überflutet. Um 23.37 Uhr wird das Löschfahrzeug mit der Nummer 35 zu einer Maschine gerufen, die ihren Startvorgang stoppen musste.

Nur 60 Sekunden später kommt es zur Tragödie: Der Air-Canada-Express-Flug 8646 aus Montreal rast mit 170 km/h in die Seite des tonnenschweren Fahrzeugs. Das Cockpit wird zerfetzt, die beiden Piloten sind auf der Stelle tot. Eine Flugbegleiterin wird mehr als 100 Meter weit auf die Piste geschleudert, überlebt aber wie durch ein Wunder mit schweren Verletzungen.

Letzte verzweifelte Schreie aus dem Tower

Die Untersuchungen nach dem schlimmsten Unglück an diesem Airport seit 1992 laufen auf Hochtouren. Schnell gerät der Tower ins Visier der Ermittler. In der Nacht des Crashs herrschte wegen der wetterbedingten Verzögerungen eine absolute Ausnahmesituation, die Anzahl der Flüge nach 22 Uhr war mehr als doppelt so hoch wie geplant. Trotzdem saßen im Tower nur zwei Fluglotsen – die normale Besetzung für die Nacht.

Zwei weitere Kollegen, die als Unterstützung hätten einspringen können, waren anscheinend nicht mehr vor Ort. Sie sollen sich ohne Erlaubnis und zu früh in den Feierabend verabschiedet haben. Das berichtet jetzt „DER SPIEGEL“.

Die Tonaufnahmen aus dem Kontrollturm legen die dramatischen Momente vor dem Zusammenstoß offen. Der verantwortliche Lotse erkennt seinen Fehler anscheinend zu spät und versucht verzweifelt, die Katastrophe noch zu verhindern. „Stop, stop, stop, stop, Truck 1, stop, stop, stop. Stop, Truck 1!“, brüllt er ins Mikrofon. Aber es ist nutzlos. Ein Bericht der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB vom April nimmt die beiden anwesenden Lotsen zumindest teilweise in Schutz. Weil das Feuerwehrfahrzeug keinen Transponder hatte, konnte das Bodenradar seine Position nicht genau erfassen und schlug deshalb keinen Alarm.

Die Ermittlungen fokussieren sich deshalb auf die beiden abwesenden Lotsen. Fachleute warnen, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handeln dürfte. Die Methode, Pausen ans Ende der Schicht zu legen oder einfach früher zu verschwinden, ohne sich auszustempeln, scheint in den Vereinigten Staaten verbreiteter zu sein, als man annehmen würde.

„Betrug am Steuerzahler“

Der US-Verkehrsminister Sean Duffy findet für diese Vorgehensweise klare Worte. Vorzeitig die Arbeit zu beenden, sei in einem derart wichtigen Beruf ein „Betrug am Steuerzahler“. Er kündigte Maßnahmen an: „Wenn ein kleiner Teil der Beschäftigten die amerikanischen Steuerzahler ausnutzt, seinen Kolleginnen und Kollegen unfaire zusätzliche Arbeit aufbürdet und die Sicherheit des Luftraums beeinträchtigt, bleibt uns keine andere Wahl, als zu handeln.“

Die Tätigkeit eines Fluglotsen ist ein extremer Stressjob. An einem Flughafen wie LaGuardia steuern sie im Durchschnitt etwa 1000 Starts und Landungen täglich – alle 90 Sekunden eine Bewegung. Der Job erfordert ständiges Multitasking und höchste Konzentration, um die Sicherheit in der Luft und am Boden zu garantieren. 

Für die beiden Fluglotsen, die anscheinend früher Schluss machten, könnte ihr Handeln gravierende Konsequenzen haben. Ihnen droht nicht nur die Kündigung. Es könnten auch strafrechtliche Folgen wegen Arbeitszeitbetrugs auf sie zukommen – ein Betrug, der womöglich dazu beigetragen hat, dass eine Katastrophe nicht abgewendet werden konnte. (red)

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