Im Schatten des Ukraine-Kriegs Gesetze gegen Freiheit: Wo Frauen jetzt wieder brutal unterdrückt werden

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter mit einem AK-47 Gewehr steht vor einer Gruppe Frauen, die an einem Geldautomaten anstehen.

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter verwehrt Frauen in Kabul am 8. Februar 2022 den Zugang zum Geldautomaten mit einer AK 47.

Der Weltfrauentag soll überall auf der Welt ein Zeichen für Gleichberechtigung sein. Doch in Afghanistan gilt das komplette Gegenteil. Im Schatten des Ukraine-Krieges nehmen sie den Frauen alle Rechte.

Unvorstellbares Leid, verbrecherische Aktionen, Gewalt: Der russische Angriff auf die Ukraine schockt die Welt. Doch auch auf anderen Schauplätzen geschieht Menschen Unrecht.

Gerade am Weltfrauentag richtet sich da der Blick auch auf Afghanistan, wo die westlichen Truppen im vergangenen Jahr Hals über Kopf das Land verlassen haben und die Taliban wieder an die Macht kamen.

20 Jahre lang hatten dort Frauen sich ihren Platz in der Gesellschaft Schritt für Schritt zurückerobert, nach der ersten Schreckensherrschaft der Islamisten sponnen Frauenrechtsaktivistinnen ein Netzwerk und Strukturen. In der auch während der vom Westen unterstützten männlich dominierten Gesellschaft sollten Frauen vor Gewalt und Missbrauch geschützt werden.

Taliban drehen das Rad der Geschichte zurück

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Nun aber berichten Menschenrechtsorganisationen von einem massiven Rollback, die Taliban drehen das Rad der Geschichte zurück. Im Schatten des Ukraine-Krieges nutzen sie die fehlende Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit, um nicht nur Jagd auf ehemalige Ortskräfte zu machen, sondern auch gegen jene Aktivisten vorzugehen, die die Rechte der Frauen verteidigen wollen.

Beispiele zeigen, wie viel Gefahr den Frauen droht. So ist Alia Azizi, ehemalige Leiterin des Frauengefängnisses von Herat, seit Oktober 2021 verschwunden. Die Bitten der Familie an die Taliban, den Fall zu untersuchen, stießen auf taube Ohren. Proteste von Frauen, die ihre Freilassung forderten, wurden brutal auseinandergetrieben.

Taliban töten schwangere Polizistin

In Masar-i-Sharif, wo die Bundeswehr zwei Jahrzehnte Entwicklungsarbeit leistete, wurden vier Frauen, darunter eine bekannte Aktivistin, getötet, als sie im Begriff waren, das Land zu verlassen. Im September 2021 töteten die Taliban eine schwangere frühere Polizistin vor den Augen ihrer Familie.

Die Berichte häufen sich und in den vergangenen Wochen soll der Druck auf die Aktivistinnen und Aktivisten noch größer geworden sein. Menschenrechtsorganisationen fordern daher die Bundesregierung dazu auf, dass die Situation der Frauen in Afghanistan zentraler Teil von Gesprächen mit den Taliban sein und bleiben muss.

Pro Asyl: Taliban verweigern Menschenrechte

Denn alle Frauen in Afghanistan leiden unter den Taliban. Mädchen werden nur noch bis zur 7. Klasse unterrichtet, Frauen dürfen sich auf offener Straße kaum noch frei bewegen. Zur Arbeit dürfen sie nur mit einem männlichen Familienmitglied erscheinen. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl schreibt am Weltfrauentag dazu: „Die Taliban verweigern den Frauen alle Menschenrechte.“

Das Beispiel Afghanistan zeigt: Die internationale Gemeinschaft muss aufpassen, dass im Schatten des Ukraine-Krieges die Situation in vielen anderen Teilen der Welt nicht auch noch schlimmer wird.

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