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Ein Foto, das die Welt schockteWas wurde aus dem syrischen Krankenwagen-Jungen?

Der damals fünfjährige Omran Daqneesh sitzt am 17. August 2016 verletzt im Krankenwagen nach einem Luftangriff auf den Stadtteil Qaterji in Aleppo.

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Der damals fünfjährige Omran Daqneesh sitzt am 17. August 2016 verletzt im Krankenwagen nach einem Luftangriff auf den Stadtteil Qaterji in Aleppo. Das Foto wurde weltweit bekannt. (Archivbild)

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Vor zehn Jahren wurde Omran Daqneesh als verletzter Junge im Krankenwagen fotografiert. Was wurde aus dem Kind aus Aleppo?

Das Bild ging im August 2016 um die Welt: Ein kleiner syrischer Junge sitzt staub- und blutverschmiert auf einem orangefarbenen Sitz in einem Krankenwagen in Aleppo. Er weint nicht, er schreit nicht – er wischt sich nur das Blut aus dem Gesicht. Der Junge heißt Omran Daqneesh und ist fünf Jahre alt. Die Aufnahme wurde zu einem der bekanntesten Symbole für das Leid der syrischen Zivilbevölkerung im Krieg.

Fast zehn Jahre später ist Omran ein Jugendlicher. Der Junge aus dem Krankenwagen lebt noch immer in Aleppo – und versucht, ein Leben jenseits des weltberühmten Fotos zu führen.

Das Foto, das den Syrienkrieg symbolisierte

Am 17. August 2016 wurde das Wohnhaus der Familie Daqneesh im Stadtteil Qaterji im Osten Aleppos bei einem Luftangriff zerstört. Omran wurde aus den Trümmern gerettet und von Helfern der syrischen Zivilschutzorganisation „Weißhelme“ in einen Krankenwagen gebracht. Dort entstand das Foto, das später weltweit veröffentlicht wurde.

Die Aufnahme verbreitete sich international und wurde zu einem Symbol für die Folgen des Krieges für Zivilisten. Wie damals unter anderem das Nachrichtenmagazin „Time“ berichtete, wurde Omran nach seiner Rettung medizinisch behandelt und überlebte seine Verletzungen.

Für die Familie war der Angriff eine weitere Tragödie: Omrans älterer Bruder Ali starb wenige Tage später an seinen Verletzungen. Internationale Medien berichteten damals über den Tod des Jungen.

Zwischen Propaganda und Angst

Nach der Rückeroberung Ost-Aleppos durch die syrische Regierung Ende 2016 blieb die Familie in der Stadt. 2017 trat Omrans Vater Mohammed Daqneesh in regierungsnahen Medien auf und erklärte, er könne nicht sagen, wer für den Angriff verantwortlich gewesen sei.

Omran Daqneesh im Juli 2017 in seinem Zuhause in Aleppo.

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Omran Daqneesh im Juli 2017 in seinem Zuhause in Aleppo. (Archivbild)

Die Aussagen wurden international unterschiedlich bewertet. Kritiker sahen darin den Einfluss des Assad-Regimes auf die Familie, während der Vater selbst erklärte, er habe nur über Dinge gesprochen, die er sicher wisse.

Jahre später blieb Mohammed Daqneesh bei dieser Haltung. Im Gespräch mit dem Journalisten Raphael Geiger für den Schweizer „Tages-Anzeiger“ im Januar 2025 erklärte er erneut, er wolle nur über das sprechen, was er selbst gesehen habe.

Ein Wiedersehen in Aleppo nach dem Sturz Assads

Nach dem Ende der Herrschaft von Bashar al-Assad im Dezember 2024 besuchte Geiger die Familie in Aleppo. Wie der „Tages-Anzeiger“ berichtete, stellte sich Mohammed Daqneesh zunächst als Onkel Omrans vor – ein Verhalten, das der Bericht mit den Erfahrungen der Familie während der Assad-Zeit in Verbindung bringt.

Omran Daqneesh (rechts) mit seinem Vater vor ihrem teilweise zerstörten Haus im Stadtteil Karm al-Qaterji in Aleppo. Das Foto entstand 2017, ein Jahr nachdem die Aufnahme des Jungen im Krankenwagen weltweit bekannt geworden war.

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Omran Daqneesh (r) mit seinem Vater vor ihrem teilweise zerstörten Haus im Stadtteil Karm al-Qaterji in Aleppo. Das Foto entstand 2017, ein Jahr nachdem die Aufnahme des Jungen im Krankenwagen weltweit bekannt geworden war. (Archivbild)

Omran selbst ist inzwischen ein Schüler. Laut dem Bericht besucht er die sechste Klasse, interessiert sich für Mathematik und erinnert sich nicht an den Angriff von 2016. Sein Vater sagte, er wünsche sich vor allem, dass sein Sohn ein normales Leben führen könne. Omran solle später selbst entscheiden, welchen Weg er einschlägt.

Omran Daqneesh kehrt ins Rampenlicht zurück

Im Dezember 2025 trat Omran Daqneesh zuletzt öffentlich auf. Wie das in London ansässige Nachrichtenportal „The New Arab“ berichtete, nahm er an den Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag des Sturzes des Assad-Regimes im Conference Palace in Damaskus teil.

Dort stand er auf der Bühne und äußerte sich kurz zu dem Angriff, der ihn als Kind weltweit bekannt gemacht hatte. Nach Angaben von „The New Arab“ sagte Omran Daqneesh sinngemäß: „Man sagt mir, dass ich den Bombenangriff überlebt habe – aber ich erinnere mich an nichts.“ Nach dem Auftritt zog er sich wieder aus der Öffentlichkeit zurück.

Sein Vater wünscht sich den Berichten zufolge, dass Omran ein normales Leben führen kann. Er möchte vermeiden, dass sein Sohn immer wieder mit dem Foto aus dem Jahr 2016 verbunden wird. Omran soll später selbst entscheiden, welchen Weg er einschlägt. Heute ist Omran Daqneesh 15 Jahre alt und besucht in Aleppo die Schule. (jag)

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