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Signal zieht die NotbremseNach Phishing-Attacken auf Politiker gibt es neue Warnhinweise

Das Logo des Messenger Dienstes Signal auf einem Smartphone

Copyright: Zacharie Scheurer/dpa-tmn/dpa

Die Angreifer versuchen bei der laufenden Phishing-Kampagne Nutzerkonten zu übernehmen, um Informationen abzusaugen - auch aus Chatgruppen. (Symbolbild)

Nach Betrugs-Attacken: Signal reagiert mit neuer Funktion

Nach fiesen Betrugsversuchen gegen Politiker, Soldaten und Journalisten in Deutschland macht der sichere Nachrichtendienst Signal jetzt ernst und führt neue Sicherheitsvorkehrungen ein. Meredith Whittaker, die Chefin der Stiftung hinter Signal, hat im „Spiegel“ eine klare Ansage gemacht, dass der Schutz für alle User verbessert wird.

Wenn du zum ersten Mal eine Mitteilung von einer unbekannten Person bekommst, siehst du künftig eine deutliche Warnung. Der beliebte Dienst reagiert mit dieser Maßnahme auf die hinterhältigen Angriffe.

Phishing-Angriffe gegen Mitglieder der Bundesregierung

Die jüngste Phishing-Welle hatte es besonders auf Leute aus der Bundesregierung und den Regierungsparteien abgesehen. Erwischt hat es unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Kabinettsmitglieder Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Ein brisanter Verdacht macht die Runde: Könnten Hacker aus Russland für den Cyberangriff verantwortlich sein?

Whittaker machte im Interview unmissverständlich klar, dass der Messenger an sich nicht geknackt wurde. „Signal ist weiterhin sicher – unsere Verschlüsselung bleibt robust, und in unserem Open-Source-Code wurden keine Schwachstellen entdeckt“, stellt die Signal-Chefin fest. Stattdessen fielen die Opfer auf „Social Engineering“ herein – sie wurden also durch psychologische Tricks zu Fehlern verleitet. „Das kann bei jedem Dienst passieren.“

Signal-Chefin: „Sind durch unseren Erfolg zur Zielscheibe geworden“

Der paradoxe Grund für die Attacken sei die große Beliebtheit der App. „Wir sind durch unseren Erfolg offenbar zur Zielscheibe geworden, genauer gesagt durch unsere vielen hochrangigen Nutzerinnen und Nutzer“, ließ Whittaker verlauten.

Um euch besser abzusichern, wird das Bestätigen von neuen, fremden Kontakten bald nicht mehr mit einem simplen Klick funktionieren. Ein obligatorischer Warnhinweis erscheint stattdessen. Whittaker versicherte zudem: „Signal wird Nutzer niemals in einem zweiseitigen Chat kontaktieren, um sie nach ihrer PIN, ihrem Schlüssel oder anderen Informationen zu fragen.“

Überraschend scharf kritisierte Whittaker den Umgang mit den betroffenen Politikerinnen im Netz, die mancherorts als digitale Analphabeten verhöhnt wurden. „Das hat mich enttäuscht, aber nicht überrascht. Ich nehme in Teilen der Techszene durchaus eine gewisse Arroganz wahr, die nicht nett ist.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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