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Sensation im LaborForscher brüten Küken in künstlichen Eiern aus – kommt der Dodo zurück?

Wissenschaftler in Laborkleidung hält ein Küken

Copyright: IMAGO / imagebroker

Wissenschaftler in Laborkleidung hält ein Küken.

Ein Durchbruch in den USA macht Hoffnung. Kehrt der Dodo bald zurück?

Eine echte Sensation aus einem US-Labor! Zum ersten Mal überhaupt sind Küken aus einer künstlichen Hülle gekrochen, anstatt aus einem gewöhnlichen Ei. Am Dienstag (21. Mai 2026) kamen auf diesem Weg ganze 26 kleine Vögel zur Welt, wie die Firma Colossal Biosciences voller Stolz bekannt gab.

Was steckt dahinter? Eine Vision, die fast unglaublich klingt: Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, längst verschwundene Tierarten wiederzubeleben. Der jetzige Erfolg mit den Küken ist ein riesiger Schritt auf dem Weg, Vögel wie den gigantischen Moa aus Neuseeland oder den berühmten Dodo von Mauritius wieder auf der Welt anzusiedeln. Das berichtet „t-online“.

Das Geheimnis des Hightech-Eis

Dieses Ei ist ein echtes Hightech-Wunder. Es besteht aus zwei Elementen: einer besonderen Membran aus Silikon, die in einer festen, sechseckigen Hülle aus Titan steckt. Der eigentliche Geniestreich ist die Silikon-Haut. Sie kopiert die Aufgabe einer natürlichen Eierschale fast perfekt. Das heißt: Sauerstoff gelangt hinein, Feuchtigkeit bleibt drinnen und gefährliche Bakterien kommen nicht durch.

Andrew Pask, Chief Biology Officer von Colossal Biosciences, erklärt, der Gasaustausch sei fast identisch mit dem einer natürlichen Eierschale. Über ein kleines Fenster oben können die Forscher die Entwicklung des Embryos sogar mitverfolgen. Ein riesiger Vorteil: Die Kunst-Eier lassen sich in ihrer Größe anpassen. Das ebnet den Weg, um auch ausgestorbene Riesenvögel wieder zum Leben zu erwecken.

Noch ein langer Weg bis zum Dodo

Ältere Experimente mit künstlichen Eiern, beispielsweise in Plastikbechern oder mit Frischhaltefolie, hatten kaum Erfolg. Die Erfolgschancen waren gering, erläutert Mike McGrew, Embryologe am Roslin Institute und wissenschaftlicher Berater von Colossal Biosciences. Oftmals musste später viel Sauerstoff hinzugefügt werden, wodurch das Risiko von Schäden am Erbgut des Embryos stieg. Zwar gab das US-Unternehmen bekannt, dass 26 Küken geschlüpft sind, verschwieg aber, wie viele Eier insgesamt im Brutkasten lagen.

Doch eines ist auch klar: Der gesamte natürliche Vorgang wird durch das künstliche Ei nicht ersetzt. Die Befruchtung läuft weiterhin normal ab, und das Ei wird auch noch gelegt. Erst danach, binnen 48 Stunden, entnehmen Forscher Eigelb sowie Dotter und transferieren beides in den Hightech-Inkubator. Um eine ausgestorbene Spezies wie den Dodo wirklich wiederzuerwecken, muss die Forschung einen Schritt früher ansetzen und das Erbgut verändern.

Die Strategie dafür stützt sich auf Stammzellen. Der Firma ist es schon geglückt, Keimzellen einer normalen Taube zu züchten. Diese ist genetisch ein naher Verwandter der Nicobar-Taube, welche als Leihmutter für das Dodo-Vorhaben fungieren soll. Falls es klappt, die DNA eines Moa zu modifizieren, könnte man diese in einen Emu einpflanzen. Weil Moa-Eier aber um einiges größer sind, müsste das befruchtete Ei dem Emu entnommen und in einem riesigen künstlichen Brutkasten fertig ausgebrütet werden – exakt in einem solchen, wie er nun präsentiert wurde. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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