Nach einer Hai-Attacke auf eine Mutter (35) in Sydney kocht die Wut: Viele fordern nun die gezielte Tötung der Tiere.
Hai-Attacke auf Mutter35-Jährige verliert Arm – jetzt wird über Tötungen diskutiert

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Nach dem Hai-Angriff wurde der betroffene Strand aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Ein perfekter Badetag in Sydney wird zum Albtraum. Eine junge Mutter (35) kämpft nach einer Hai-Attacke um ihr Leben. Der Vorfall entfacht eine alte, hasserfüllte Debatte.
Das Wasser glasklar, die See ruhig, Lebensretter am Ufer: Am bekannten Coogee Beach in Sydney schien alles bereit für einen sorglosen Tag am Meer. Doch dann der Horror: Gerade mal 30 Meter von der Küste entfernt griff ein gewaltiger Hai am Wochenende eine 35-jährige Frau an. Es war mutmaßlich ein Weißer Hai. Die junge Mutter kam mit dem Leben davon, aber schwer gezeichnet. Dieses Ereignis hat eine Diskussion wieder entzündet, die das Land seit Jahrzehnten spaltet.
Nach Angaben ihrer Familie zog sich die Frau lebensgefährliche Wunden am linken Bein zu; ein Arm wurde ihr abgenommen. „Sie wird umfassende und fortlaufende Pflege, Unterstützung und Rehabilitation benötigen“, entnahm der Sender ABC einer Erklärung. „Als Familie sind wir schockiert und zutiefst betroffen, dass dies unserer geliebten Partnerin, Tochter und Mutter, die so lebensfroh und voller Energie war, widerfahren konnte.“
Schreie nach der Tötung von Haien
Wie geht es weiter? Dieser jüngste Zwischenfall steht nicht allein da: Die Menge der Hai-Attacken im Bundesstaat New South Wales ist in den letzten Monaten spürbar angestiegen. Schon im Januar meldeten die Ämter vier solcher Ereignisse binnen nur 48 Stunden, was die Presse als „außergewöhnliche“ Konzentration bezeichnete. Die Politik gerät immer stärker unter Zugzwang. Die Forderungen nach „Shark Culls“ – also der gezielten Tötung von Haien – gewinnen erneut an Lautstärke.
Tara Moriarty, die Landwirtschaftsministerin und Verantwortliche für das Hai-Management, vermied gegenüber der Presse eine klare Absage an solche Tötungen. „Wir schließen nichts aus“, erklärte sie. Diese Äußerung genügte, um eine alte Kontroverse wiederzubeleben, die Australien tief spaltet: Soll man Haie absichtlich töten, damit das Risiko für Badende sinkt?
Die Befürworter meinen, jede verhinderte Attacke sei ein Grund für radikale Schritte. Forscher und Umweltschützer widersprechen dem: Haie sind extrem mobile Tiere, die weite Strecken zurücklegen. Erlegte Exemplare würden schnell durch neue ersetzt. Es fehle ein klarer Beleg dafür, dass Programme zum Abschuss oder Fang die Angriffe auf Dauer verringern.
Die ganze Diskussion hat jedoch einen weiteren Haken. Experten vermuten, dass der Angreifer von Coogee ein Weißer Hai war – und exakt diese Spezies genießt in Australien strikten Schutz. Chris Minns, der Premierminister von New South Wales, machte daher schnell deutlich, dass eine Tötung ausgeschlossen sei. Die Situation ist eine andere bei Bullenhaien, die man ebenfalls für Attacken in dem Gebiet verantwortlich macht. In diesem Fall wollte Minns eventuelle Schritte nicht von vornherein ablehnen.
Wie sicher sind die Strände bisher?
Bislang verlässt sich New South Wales auf eine Kombination aus traditionellen Hainetzen, SMART-Drumlines (das sind Köderleinen, die gefangene Haie schnell melden, damit sie wieder freigelassen werden können), der elektronischen Verfolgung von markierten Tieren sowie Drohnen. Etwa 30 Millionen australische Dollar (umgerechnet 18,3 Millionen Euro) gibt der Bundesstaat jährlich für die Sicherheit der Strandbesucher aus.
Aber die jüngste Attacke stellt eine unangenehme Frage: Ist das Konzept überhaupt wirksam? Denn gerade über Coogee flogen am Wochenende keine Drohnen zur Überwachung. Die Ursache dafür sind Flugverbote aufgrund der Lage nahe dem Flughafen von Sydney. Im gesamten Bundesstaat werden circa 80 Strände aus der Luft kontrolliert – doch jene in der Einflugschneise des Flughafens bleiben häufig außen vor.
Sind Drohnen die Rettung?
Für Steven Pearce, den Leiter von Surf Life Saving NSW, macht der Zwischenfall die Schwächen des aktuellen Konzepts deutlich. Seine Organisation unterhält laut eigener Aussage das weltweit umfangreichste Programm zur Drohnenüberwachung und absolviert pro Jahr über 100.000 Flüge. Die Medien zitierten ihn mit der Aussage, dass die Sichtverhältnisse am Tag des Angriffs hervorragend waren.

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Viele Strände in Australien werden von Drohnen überwacht.
„Kristallklares Wasser, kein Surf, kaum Menschen im Wasser. Wenn Drohnen geflogen wären, hätten wir wahrscheinlich viele Meeresbewohner sehen können“, äußerte Pearce. Er betrachtet die Technologie als die Zukunft der Strandsicherung: Drohnen seien „deutlich besser als Hainetze“, um ein Tier so früh wie möglich aufzuspüren und die Badenden rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.
Wieso attackieren Haie überhaupt Menschen?
Für die Wissenschaft zählen Menschen übrigens nicht zur normalen Beute von Haien, welche den Planeten bereits seit hunderten von Millionen Jahren besiedeln. Zahlreiche Attacken basieren wohl auf einer Verwechslung: Von unten gesehen ähneln die Umrisse von Schwimmenden oder Surfenden vielleicht einer Robbe oder einem anderen Beutetier. Die Schwierigkeit dabei: Bereits ein einzelner „Probebiss“ von einem meterlangen Raubfisch kann tödliche Wunden hinterlassen.

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Haie bevölkern die Erde schon seit Hunderten Millionen Jahren.
Mit jedem neuen Angriff nimmt der Druck jedoch zu. Fachleute mahnen, dass sich die Gegebenheiten an den Küsten Australiens wandeln. Steigende Wassertemperaturen und andere Migrationsrouten der Fische könnten bewirken, dass es öfter zu Begegnungen zwischen Menschen und den großen Jägern kommt.
Die Regierung hat dieses Jahr weitere Millionen in die Abwehr von Haien gesteckt – zum Beispiel in Drohnenprojekte, wissenschaftliche Untersuchungen und die Überwachung. Ob dies ausreicht, wird sich zeigen. Ministerin Moriarty hob hervor: „Wir teilen den Ozean mit wilden Tieren. Eine perfekte Lösung gibt es nicht.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
