Ein Mann redet Klartext: Ärger, wenig Geld und warum er AfD wählte.
Rentner-Frust in Mannheim„Nach 40 Jahren Arbeit nur 980 Euro – das ist kein Leben!“

Copyright: IMAGO / Bihlmayerfotografie
Zwei Gläser mit Münzen Rente und Boni.
In Mannheim-Schönau, direkt vor dem Penny-Markt, packt Viktor (67) seine Waren ein. Obst, Nudeln, Wurst. „Ist alles teuer geworden“, murmelt der Senior im typischen Kurpfälzer Dialekt und schüttelt den Kopf. 23 Euro hat er für die wenigen Artikel gerade bezahlt.
Der Alltag ist ein zähes Ringen. Viktor hat 40 Jahre als Maler gearbeitet. Heute beläuft sich seine Rente auf 980 Euro. Über 600 Euro davon gehen direkt für die Miete weg. „Ein Leben ist das nicht. Nur ein Überleben. Und das ist schon schwer“, stellt der 67-Jährige fest. Wäre seine Frau nicht da, sähe die Situation noch prekärer aus. Das berichtet „FOCUS online“.
Viktors Frust: „Keine deutsche Bäckerei mehr hier“
In diesem Stadtteil kam Viktor zur Welt und verbrachte seine Jugend. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat er aufgegeben. Ihm sind nicht nur die knappen Finanzen, sondern auch die hohe Zahl an Ausländern ein Dorn im Auge. Er beschwert sich: „Die haben schon fast alle Geschäfte übernommen. Es gibt hier in der Gegend keine deutsche Bäckerei mehr“.
Er fühlt sich von den Politikern verraten und ist überzeugt, dass sich unbedingt etwas ändern muss. Seine Meinung: „Die sind seit Jahren an der Macht und alles wird schlechter“. Bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg zog er daraus seine persönliche Schlussfolgerung: „Ich habe AfD gewählt!“
Sieg für die AfD im Mannheimer Problembezirk
Viele dachten wie Viktor. Im Wahlkreis Mannheim I sicherte sich der AfD-Bewerber Bernhard Pepperl, ein Zahnarzt im Ruhestand, das Direktmandat. Mit einem Ergebnis von 22,3 Prozent bei den Erststimmen konnte sich der 71-Jährige knapp gegen die Kandidaten von CDU und Grünen behaupten.
Aber wie war es möglich, dass ein im Wahlkampf recht blasser Rechtspopulist sich gegen bekannte Politiker durchsetzen konnte? Eine wesentliche Ursache ist der Vertrauensverlust in die etablierten Parteien, der gerade in Schönau-Nord deutlich greifbar wird.
Die Statistik für den Stadtteil zeichnet ein klares Bild: 57,3 Prozent der etwa 9000 Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Der Ausländeranteil liegt bei rund 32 Prozent, wobei die meisten aus der Türkei, Polen, Bulgarien und Rumänien stammen. Auf staatliche Mindestsicherung sind knapp 27 Prozent der Bevölkerung angewiesen, und beinahe jedes zweite Kind, das jünger als 15 ist, lebt in einer Familie, die Bürgergeld erhält.
Angst im Viertel: „Viele trauen sich abends nicht mehr raus“
Die Quote der Arbeitslosen beträgt 12,3 Prozent. Im städtischen Sozialatlas wird der Stadtteil offiziell als „auffälliges“, dunkelrotes Gebiet geführt. Auch Gewaltdelikte sorgen für negative Aufmerksamkeit. In der Silvesternacht beispielsweise verwüsteten rund 20 Jugendliche drei Straßenbahnen, attackierten einen Fahrer und nahmen sogar Polizisten mit Feuerwerkskörpern unter Beschuss.
Derartige Ereignisse verstärken die Furcht in der Bevölkerung. Zahlreiche Anwohner gaben zu, sich nach Einbruch der Dunkelheit kaum noch vor die Tür zu wagen. Genau an diesem Gefühl setzte AfD-Kandidat Pepperl im Wahlkampf an. Er sprach von „Messerangriffen, Überfällen und Clan-Strukturen“, die den Alltag prägen und die gefühlte Sicherheit der Menschen massiv beeinträchtigen würden.
Die Eindrücke vor Ort unterstreichen die gedrückte Atmosphäre. An Fassaden finden sich Sprüche wie „Türke raus aus dem Land“. Alte Autoreifen und demolierte Grills liegen auf den Grünflächen. Eine Bewohnerin namens Ulrike, eine Frau Ende 60, berichtet von „Pennern, Säufern und Drogensüchtigen“, fügt aber hinzu: „Früher war es noch schlimmer.“
Die Geldnot ist überall spürbar. In Schönau-Nord beträgt das verfügbare Einkommen pro Kopf im Schnitt 23.700 Euro jährlich. Ein Vergleich zeigt die Diskrepanz: Im bayerischen Grünwald sind es 89.977 Euro, also beinahe das Vierfache. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

