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Update

Krawalle nach Demo in FrankfurtPolizeischutz für geplünderte Läden

Zwei junge Männer stehlen durch die eingeschlagene Scheibe von einem Waffengeschäft in Frankfurt eine Waffe.

Copyright: Andreas Arnold/dpa

Zwei junge Männer stehlen durch die eingeschlagene Scheibe von einem Waffengeschäft in Frankfurt eine Waffe.

Aktualisiert:

In Frankfurt ist die Situation nach der großen „Gen Z“-Demo komplett aus dem Ruder gelaufen.

Ein über weite Strecken friedlicher Protest tausender Menschen in Frankfurt ist mit Gewalt und Ausschreitungen zu Ende gegangen. Tausende Menschen folgten einem Aufruf der Initiativen „Gen Z regelt“ und „Generation Aufbruch“ und demonstrierten für mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie gegen die Einführung einer Wehrpflicht. Stunden später kippte die Stimmung, eskalierte die Gewalt.

Auch nach den Krawallen in der Nacht ist die Polizei weiter in der Stadt im Einsatz. Jetzt müssten erst einmal die Schäden begutachtet werden, die „erheblich“ seien, aber noch nicht beziffert werden könnten, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Geschäfte müssten geschützt werden, die am Samstagabend (31. Oktober) bei den Ausschreitungen geplündert worden waren. Wie viele Menschen bei den Krawallen verletzt wurden, sei noch unklar.

Mehr als 30 Festnahmen – Ministerpräsident schockiert

Im Anschluss an die Demonstration hatten Randalierer in der Mainmetropole Polizisten angegriffen, Schaufensterscheiben eingeschlagen und Waren aus Geschäften gestohlen. Die Polizei hatte mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen. Sogar das Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) war im Einsatz. Nachdem die Polizei ein Gebiet in der Innenstadt abgesperrt hatte, hatte sich die Lage bis zum frühen Morgen beruhigt.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hatte sich schockiert „von den Gewaltexzessen in Frankfurt“ gezeigt, „die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden“, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft. Wir werden Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen.“ Auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer angekündigt.

Polizisten wurden nach eigenen Angaben mit Böllern, Steinen und Flaschen beworfen. Es kam auch zu Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Teilnehmern der Demonstration. Mehrere Beamte erlitten nach ersten Erkenntnissen des Innenministeriums Verletzungen. Die Zahl der Verletzten unter den Demonstranten war zunächst nicht bekannt.

Die Polizei löste den Demonstrationszug am frühen Samstagabend auf, Ruhe kehrte damit aber nicht ein. Einzelne Gruppen und viel Polizei waren in der Frankfurter Innenstadt unterwegs, insbesondere in der Nähe der Einkaufsstraße Zeil zwischen Konstablerwache und Hauptwache kam es zu teils tumultartigen Szenen und Scharmützeln zwischen Randalierern und Polizei. Ein Hubschrauber beobachtete die Entwicklung aus der Luft.

Eskalation in Frankfurt: Attacke auf Waffengeschäft

Angesichts der anhaltenden Randale in Frankfurt waren Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei in der Innenstadt. Nach wie vor seien rund um die gesperrte Einkaufsmeile Zeil viele kleinere und größere Menschengruppen unterwegs, sagte ein Polizeisprecher am späten Samstagabend. Es werde Pyrotechnik gezündet, Gegenstände würden geworfen.

Frankfurt am Main: Demonstranten haben eine Mülltonne angezündet.

Copyright: Florian Wiegand/dpa

Frankfurt am Main: Demonstranten haben eine Mülltonne angezündet.

Dem Sprecher zufolge gab es über den kompletten Tag und Abend „zahlreiche Festnahmen“. Randalierer schlugen und traten am Abend Schaufenster ein, demolierten sie mit Schildern oder anderen Gegenständen.

Mehrere Personen wurden nach einer Attacke auf ein Waffengeschäft festgenommen. Beamte waren schnell vor Ort und stellten nach Polizeiangaben zwei Waffen sicher. Diese seien aus dem Laden gewesen, sagte der Sprecher. Um was für Waffen es sich handelte, war zunächst nicht bekannt.

Mehrere Gewalttäter schlugen Schaufensterscheiben von Geschäften ein und versuchten, Gegenstände daraus mitzunehmen. An der Konstablerwache versuchten Randalierer eine Blockade mit einem umgekippten Müllcontainer zu errichten, wie dpa-Reporter beobachteten. Die Polizei verhinderte dies mit massivem Einsatz.

Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstraßen auch in Frankfurt vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten oder anderem verbarrikadiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch wenn das Innenministerium in Wiesbaden nicht mit Ausschreitungen wie jüngst bei den Sozialprotesten in Frankreich rechnete. (dpa)