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Krebs trifft nicht nur RaucherPapst Leo hat ein Lungen-Adenokarzinom – so sind die Prognosen

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Papst Leo XIV. ist ein bösartiger Tumor aus der Lunge entfernt worden. Laut den Chirurgen handelt es sich um ein Lungen-Adenokarzinom. Das kann nicht nur Raucher treffen.

Seit Dienstagabend ist klar: Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs. Wie der Vatikan mitteilte, wurde dem 71-Jährigen ein bösartiger Tumor, ein sogenanntes Adenokarzinom aus der Lunge entfernt.

Dem katholischen Kirchenoberhaupt wurde bei der Operation der untere Lappen der rechten Lunge entfernt. Wie die weitere Behandlung des Pontifex aussehen wird, wurde noch nicht bekannt. Ein erster Überblick über die Krebs-Erkrankung des Papstes.

Was ist ein Adenokarzinom der Lunge?

Ein Lungen-Adenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor, wie die Ärztin Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands ALA, erklärt. Er ist bei Papst Leo XIV. also der Ausgangspunkt der Krebserkrankung, es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.

Adenokarzinome sind bösartige Tumoren aus sogenannten Drüsenzellen. Diese Zellen sind sonst für die Bildung von Schleim, Verdauungssäften oder anderen Körperflüssigkeiten zuständig. Grundsätzlich können Adenokarzinome in vielen Organen entstehen, etwa im Darm, Magen, der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge.

Lungenkrebs wird zudem in zwei Hauptgruppen unterteilt:

  1. Die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs.
  2. Die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.

Das Lungen-Adenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs, wie der US-Onkologe David Spigel erklärte, der am Sarah Cannon Research Institute in Nashville zu Lungenkrebs forscht.

Obwohl Rauchen mit Abstand der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist, „betrifft die Mehrzahl der heute diagnostizierten Lungenkrebserkrankungen Menschen, die niemals geraucht oder vor vielen Jahren aufgehört haben“, sagt David Carbone, Direktor des Thoracic Oncology Center der Ohio State University.

Der Krebs tritt auch vermehrt bei Nichtrauchern, jüngeren Patienten und Frauen auf.

Lungen-Adenokarzinom: Wie sind die Prognosen?

Lungenkrebs ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt bei Lungenkrebs stark von der genauen Krebsart und vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab.

Das Lungen-Adenokarzinom kann beispielsweise sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird, wie die US-Expertin Mora erklärt. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginnt und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt wird, liegt die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate ihren Angaben zufolge bei „80 bis 98 Prozent“. Der Patient gelte dann als geheilt, hebt Spigel hervor.

Wie läuft die Standardbehandlung ab?

Papst Leo XIV. hatte selbst am Sonntag gesagt, der Knoten in seiner Lunge sei „in einem sehr frühen Stadium“ entdeckt worden. Bereits am Dienstag wurde der Knoten bei einem chirurgischen Eingriff entfernt. Um eine Entfernung des gesamten bösartigen Gewebes sicherzustellen, wurde dem Papst nach Angaben des Vatikans der komplette Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt.

„Das entspricht dem Standardverfahren“, sagt der US-Onkologe Carbone. Die Entfernung eines Lungenlappens beeinträchtige zudem nicht zwangsläufig die Lungenfunktion: „Die Lungen verfügen über eine große Reservekapazität und man kann sich sogar einen ganzen Lungenflügel entfernen lassen und trotzdem ein normales Leben führen“, erläutert Carbone. Er rechne daher damit, dass der Papst sich schnell von dem Eingriff erholen werde.

Was sind die nächsten Schritte?

Als nächstes muss geklärt werden, ob Leo XIV. nach der OP noch zusätzliche Behandlungen wie eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten muss. Das hängt den befragten Fachleuten zufolge von mehreren Faktoren ab: der Größe des entfernten Tumors, seiner Aggressivität, seinen genetischen Eigenschaften und davon, ob er sich schon ausgebreitet hat oder nicht. Nach Angaben aus Vatikankreisen laufen bereits weitere Untersuchungen.

Für Onkologe Carbone ist die Tatsache, dass der Papst direkt operiert wurde, schon eine gute Nachricht: Wenn festgestellt worden wäre, dass sich der Krebs „zum Beispiel auf die in der Mitte des Brustkorbs gelegenen Lymphknoten ausgebreitet hätte, hätte er vor der Operation eine Behandlung bekommen, was nicht der Fall war“, erläutert Carbone.

„Das deutet darauf hin, dass es sich um einen Tumor in einem sehr frühen Stadium gehandelt hat, mit einer ziemlich guten Prognose“, sagt der Onkologe. Generell hätten sich die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs in den vergangenen Jahrzehnten zudem deutlich verbessert und die Heilungschancen seien „besser als je zuvor“. Er hoffe beim Papst daher auf eine „vollständige Genesung“. (AFP/KNA)