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Gas-Lecks an Nord Stream 1 und 2Wie geht es weiter? Umweltbundesamt mit dunkler Prognose

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An den Nord Stream Gaspipelines ist ein viertes Leck entdeckt worden. Das ausströmende Gas aus den Pipelines werde laut Umweltbundesamt zu erheblichen Schäden führen und einem bedeutenden Klimaeffekt führen.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) werden die Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 zu Emissionen von etwa 7,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten führen. Das entspricht circa einem Prozent der deutschen Jahres-Gesamtemissionen. Diese Berechnung stützt sich auf durch das UBA geschätzten Informationen zum Füllstand und Volumen der Pipelines.

Aller Voraussicht nach werde somit das gesamte Volumen der Pipelines ins Meer entweichen, da keine Abschottungsmechanismen vorhanden seien.

Lecks an Nord-Stream Pipelines:  Erhebliche Folgen fürs Klima

Insgesamt werden so laut Umweltbundesamt durch die Lecks 0,3 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre gelangen. Dabei ist das austretende Methan deutlich klimaschädlicher als CO₂.

Auf einen Zeitraum von Hundert Jahren gesehen erwärmt eine Tonne Methan-Gas die Atmosphäre genauso wie 25 Tonnen CO₂. Daher müsse der Klimaeffekt der Lecks mit etwa 7.5 Tonnen CO₂ berechnet werden.

Eine Zuordnung der Emissionen erfolge je nachdem, in welchem Hoheitsgebiet die Lecks genau liegen. Somit könnte eines der Lecks nach bisherigen Informationen in der Klimaberichterstattung voraussichtlich Dänemark angerechnet werden. Dänemark müsste also die Emissionen entsprechend berichten.

Liegen die Lecks jedoch in internationalen Gewässern, werden die Emissionen nicht erfasst. Der Klimaschaden bliebe gleich.

Grundlage für die Berechnung seien laut UBA die ungefähre Länge der Röhren mit 1250 km, der Durchmesser von ca. 1,1 Metern, ein Druck von 100 bar und die Temperatur von 10 Grad.

Nato-Rat vermutet Sabotage-Akt der Nord-Stream Pipelines

„Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden“, sagte ein Sprecher der schwedischen Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch (28.9). Aus Dänemark hieß es, dass bereits mehr als die Hälfte des Gases in den Pipelines ausgetreten sei. „Wir erwarten, dass der Rest bis Sonntag entweicht“, sagte der Leiter der dänischen Energieagentur, Kristoffer Bottzauw bei einer Pressekonferenz. 

Nach Bekanntwerden der Lecks kündigte die Betreiberfirma Nord Stream eine Untersuchung an, um die Schäden festzustellen und die Ursachen des Vorfalls zu klären.

Der Nato-Rat erklärte, „alle derzeit verfügbaren Informationen“ deuteten darauf hin, dass die Lecks das Ergebnis „vorsätzlicher, rücksichtsloser und unverantwortlicher Sabotageakte“ seien. Die 30 Mitgliedstaaten des Militärbündnisses drohten mit einer „gemeinsamen und entschlossenen Reaktion“ auf jeden „vorsätzlichen Angriff auf die kritische Infrastruktur der Bündnispartner“. (afp/ac)

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