Corona-Zahlen explodieren Niederlande verschärfen Maßnahmen, Sommerpause wird beendet

Der niederländische Premier Mark Rutte informiert bei einer Pressekonferenz am Freitag (09. Juli) über die Corona-Entwicklung in den Niederlanden.

Der niederländische Premier Mark Rutte informiert bei einer Pressekonferenz am Freitag (09. Juli) über die Corona-Entwicklung.

Den Haag. Die Zahlen sind erschreckend: Innerhalb von nur einer Woche haben sich die Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden versiebenfacht. Die Regierung zieht nun erneut die Reißleine. Angesichts des rasanten Anstiegs der Corona-Fallzahlen verschärft die niederländische Regierung die Beschränkungen im Land wieder. Das Parlament beendet seine Sommerpause.

Wegen einer starken Zunahme von Corona-Infektionen in den Niederlanden unterbricht dort das Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Sie wurde am Samstag für den kommenden Mittwoch angesetzt.

Discos und Nachtclubs müssten erneut schließen, sagte der niederländische Regierungschef Mark Rutte auf einer Pressekonferenz bereits am Freitag (9. Juli). Restaurants dürften zudem nur noch bis Mitternacht öffnen. Die neue Regelung gilt demnach ab Samstag und mindestens bis zum 13. August.

Delta-Variante: Infektionsraten in Niederlanden schießen in die Höhe

„Im Moment schießen die Infektionsraten in die Höhe, hauptsächlich wegen der hochansteckenden Delta-Variante“, sagte Rutte. Die Zahl der Neuinfektionen in den Niederlanden war in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen: Am Freitag meldeten die Behörden 7000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

In dem Land mit seinen 17 Millionen Einwohnern haben sich seit Pandemiebeginn mehr als 1,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 17.700 starben. Rund 80 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben von Gesundheitsminister Hugo de Jonge mindestens eine Impfung erhalten, rund 50 Prozent sind vollständig geimpft.

Steigende Corona-Zahlen: Spanien ab Sonntag Risikogebiet

Steigende Zahlen gibt es auch in Spanien. Daher gilt das ganze Land ab Sonntag als Risikogebiet, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsätzlich eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis, beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden.

Für Flugreisende gilt eine Testpflicht unabhängig von der Einstufung als Risikogebiet - also bereits jetzt auch für Flugreisende aus Spanien. Praktisch bedeute die Einstufung als Risikogebiet derzeit lediglich, dass ein Test notwendig sei, um nicht in Quarantäne zu müssen, hob Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hervor.

Er lehnte zugleich Aufrufe ab, bestimmte Urlaubsländer zu meiden: „Wiederkehrende Panikmache zulasten der Reisenden und der Branche, sobald die Zahlen steigen, ist nicht angebracht.“

Die Menschen könnten unter den gegebenen Bedingungen entscheiden, „wie und wo sie ihren Urlaub verbringen“, sagte der Tourismusbeauftragte. „Vieles ist möglich und ich bin überzeugt, dass die Menschen diesen Sommer Erholung finden.“ Wichtig seien einheitliche Regelungen in Europa. „Wir sollten gemeinsam Vertrauen schaffen und auf gute Test- und Hygienekonzepte setzen“, forderte Bareiß. (afp)

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