Amok-Alarm in Bremerhaven Haftbefehl erlassen: Mann verletzte eine Person mit Waffe

19.05.2022, Bremen, Bremerhaven: Eine Sondereinsatzkraft der Polizei ist vor der Schule im Einsatz. An einem Gymnasium in Bremerhaven ist am Donnerstagvormittag geschossen worden. Eine Frau sei mit der Waffe verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Täter wurde nach der Tat festgenommen. Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

An einem Gymnasium in Bremerhaven ist es am Donnerstagvormittag (19. Mai) in einer Schule zu einem Angriff mit einer Waffe gekommen. Nun wurde Haftbefehl erlassen.

Nur wenige Tage nach dem Amok-Alarm an einer Schule im nordrhein-westfälischen Essen gab es einen Großeinsatz an einem Gymnasium in Bremerhaven. Nun wurde Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen.

Nach der Schocknachricht aus Bremerhaven hat das Amtsgericht Bremerhaven am Donnerstagabend (19. Mai 2022) Haftbefehl gegen den dringend tatverdächtigen 21-Jährigen erlassen. Ein Mann hatte am Morgen in einer Schule in Bremerhaven eine Frau mit einer Waffe verletzt. Die Beschäftigte des Gymnasiums wurde ins Krankenhaus gebracht, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Er soll am Donnerstagmorgen mit einer Armbrust in ein Gymnasium eingedrungen und dort eine Mitarbeiterin lebensgefährlich verletzt haben. Nach Angaben der Polizei wurde der 21-Jährige kurz nach dem Angriff unweit des Tatorts festgenommen. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.

Die Ermittlungen dauern an, die Polizei bittet darum, jegliches aufgenommenes Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. Ob Lebensgefahr bestand, war zunächst unklar. Weitere Angaben zu der Verletzten machte die Polizei zunächst nicht.

Bremerhaven: 200 Schüler und Schülerinnen zu Abiprüfungen im Schulgebäude

Zur Tatzeit waren rund 200 Schülerinnen und Schüler im Gebäude - Abiturprüfungen standen auf dem Programm des Lloyd-Gymnasiums an der Grazer Straße in Bremerhaven-Mitte. Wie viele Lehrkräfte und weitere Schulbeschäftigte anwesend waren, blieb zunächst unklar.

Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei drang der bewaffnete Täter gegen 9.15 Uhr in die Schule ein und schoss. Welche Waffe er benutzte, sagte die Polizei nicht. Ein Notfallplan der Schule wurde ausgelöst, die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte schlossen sich in den Klassenzimmern ein. Mehrere Stunden verbrachten sie in den Räumen.

Amok-Alarm in Bremerhaven: Lage unter Kontrolle

Einsatzkräfte durchsuchten das Gebäude, um sicherzustellen, dass keine weitere Gefahr bestand. „Die Polizei hat die Lage vor Ort unter Kontrolle“, hieß es in einer Mitteilung am Vormittag. Für Eltern der Schülerinnen und Schüler richtete der Magistrat der Stadt Bremerhaven ein Informationstelefon ein.

Am Morgen hatte die Polizei auf Twitter von einem größeren Polizeieinsatz in Bremerhaven berichtet und die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Bürgermeister-Martin-Donandt-Platz und die anliegenden Straßen zu meiden.

Das Gelände der Schule wurde nach der Tat großräumig mit Flatterband abgesperrt. Neben Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren auch Seelsorger und Psychologen vor Ort. Zunächst wurden mehrere kleine Zelte aufgebaut, um Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte zu betreuen. Wegen der Gewittergefahr wurden die Zelte später wieder abgebaut und die Betreuung in eine Kirche verlegt. Eltern warteten auf ihre Kinder. (dpa)

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