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Drama in 10.000 Metern HöheLufthansa-Pilot verhindert mit irrem Manöver eine Katastrophe

Eine Boeing 787-9 der Lufthansa startet am Frankfurter Flughafen.

Copyright: IMAGO/Sven Simon

Eine Boeing 787-9 der Lufthansa startet am Frankfurter Flughafen. (Symbolbild)

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Lufthansa-Pilot verhindert Katastrophe mit irrem Manöver.

Riesen-Schreck für die Passagiere eines Lufthansa-Fliegers. Kurz vor der Landung in Bogotá musste der Pilot plötzlich voll durchstarten, um eine Kollision abzuwenden.

Für die Reisenden an Bord eines Lufthansa-Fliegers wurde es am 19. April im Luftraum über Kolumbien brandgefährlich. Sie sprachen später von „Angst und Schrecken“. Während der Annäherung an den Airport „El Dorado“ in der Metropole Bogotá sah sich der Kapitän des aus Frankfurt gestarteten Boeing 787-9 Dreamliners zu einem waghalsigen Ausweichmanöver gezwungen. So konnte eine Kollision mit einer Frachtmaschine verhindert werden.

Kollisionskurs über der Landebahn

Der Flug mit der Nummer LH542 geriet in eine brenzlige Lage. Informationen des Tracking-Dienstes „Flightware“ und ein Bericht der kolumbianischen Zeitung „El Universal“ zeigen: Die Maschine bekam zur selben Zeit wie ein Frachtjet von Qatar Airways Cargo die Freigabe für die gleiche Piste. Der Frachter war zuvor in Brasilien abgehoben.

Die Lufthansa-Besatzung reagierte sofort und zog die Maschine wieder hoch – ein Manöver, das als „Go-Around“ bekannt ist. Damit wurde der drohende Zusammenstoß abgewendet. In den sozialen Medien beschrieben Zeugen und Reisende den Moment als extrem furchteinflößend. Ein Passagier meldete auf der Plattform X einen gewaltigen Ruck. Danach habe der Pilot über Lautsprecher eine Warnung vor „gefährlichem Nahverkehr“ durchgegeben.

Schwere Vorwürfe gegen Fluglotsen

Erste Untersuchungen deuten auf einen fatalen Fehler bei der lokalen Flugsicherung als Grund für den Vorfall hin. Allem Anschein nach passierte der Tower-Besatzung ein gravierender Patzer bei der Koordination. Beide Flugzeuge wurden gleichzeitig auf die identische Landebahn geschickt.

Medienberichten zufolge wächst in Bogotá die Besorgnis über die Zustände am Airport „El Dorado“. Der Grund: Ähnliche Beinahe-Unglücke sollen sich in der letzten Zeit vermehrt ereignet haben.

Der Frachtflieger von Qatar Airways konnte wie vorgesehen aufsetzen. Der Lufthansa-Jet hingegen musste eine Extrarunde drehen. Beim zweiten Anlauf klappte die Landung dann sicher. Das Gate wurde allerdings mit einer Verzögerung von rund 30 Minuten erreicht. Von der Zivilluftfahrtbehörde Kolumbiens gibt es zu dem Ereignis bisher keine offizielle Erklärung. (jag)

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