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Schock auf Kreuzfahrt200 Passagiere müssen Luxusschiff sofort verlassen

Das Kreuzfahrtschiff „Villa Vie Odyssey“ verlässt den Hafen von Belfast.

Copyright: picture alliance/dpa/PA Wire

Auf der Villa Vie Odyssey sollten Passagiere jahrelang um die ganze Welt reisen. (Archivbild)

Statt Meerblick nun Ungewissheit: Die Gäste der Villa Vie Odyssey mussten binnen Stunden in Kambodscha von Bord.

Endstation Sihanoukville: Für rund 200 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes Villa Vie Odyssey ist die fortlaufende Weltreise vorerst gestoppt. In der kambodschanischen Hafenstadt hieß es für die Passagiere: Runter vom Schiff. Darüber berichten britische Medien wie die BBC sowie die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Grund ist der Sprit. Die US-Reederei Villa Vie Residences verweist auf drastisch gestiegene Treibstoffkosten im Zuge des Iran-Kriegs. Die Zahlen, die das Unternehmen selbst nennt, haben es in sich. In Teilen Asiens kletterten die monatlichen Treibstoffausgaben pro Kabine von durchschnittlich 1.800 US-Dollar auf bis zu 8.000 US-Dollar.

Kreuzfahrtschiff Villa Vie Odyssey stoppt Weltreise

Gespart wurde vorher schon. Das Schiff fuhr langsamer und blieb länger in den Häfen liegen. Gereicht hat das nach Darstellung des Unternehmens aber nicht. Und die Kosten einfach komplett an die Bewohner weiterreichen? Aus Sicht der Reederei war das keine realistische Lösung.

Dann ging alles rasend schnell. Am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr kam die Ansage von der Reederei-Führung. Bis 14.00 Uhr mussten die Gäste das Schiff verlassen haben. Wie es jetzt weitergeht, ist offen. 60 Tage will sich das Unternehmen Zeit nehmen. In dieser Zeit sollen Schritte zur Restrukturierung und Finanzierung folgen und es soll geprüft werden, ob die Reise fortgesetzt werden kann.

Gestrandet in Kambodscha: Ungewisse Zukunft in Sihanoukville

Für viele an Bord ist das weit mehr als ein verpatzter Urlaub. Manche wollten für immer auf dem Meer leben. Dafür haben sie ihre Häuser verkauft oder sich eine Kabine gekauft, für Summen zwischen 120.000 und 440.000 US-Dollar.

Lanette Canen und Johan Bodin gehören zu den Passagieren. Gegenüber der BBC machte das Paar seiner Enttäuschung über das jähe Aus Luft: „Obwohl es Anzeichen dafür gab, dass dies passieren würde, verspürten wir immer noch Unglauben, als es Wirklichkeit wurde. Es fühlte sich an, als sei unser Traum zerschlagen worden.“ Und trotzdem: Ihre zwei Jahre an Bord sehen die beiden als wertvolle Erfahrung.

Holly Hennessey harrt wie andere Passagiere erst einmal in einer Unterkunft vor Ort aus. Sie hofft darauf, dass das Schiff irgendwann wieder ablegt. Ihr trockener Kommentar: „Es stand nicht auf meiner Liste der Orte, an denen ich viel Zeit verbringen würde. Wir warten einfach.“ Die Reederei will den Betroffenen helfen. Nach eigenen Angaben arbeitet sie an Übergangslösungen und vorübergehenden Unterkünften. (red)