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Knatter-KultDie Wespe: 80 Jahre – und sticht noch immer

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Sie hat diese besonderen Kurven, diese Wespentaille, sie ist einfach ein Hingucker, eine, bei der einem sofort das Herz aufgeht. Egal, ob man gerade alt genug ist, um mit ihr eine Spritztour zu wagen – oder ob man eigentlich schon längst rausgewachsen ist. Die Vespa von Piaggio ist der Kultroller schlechthin. Rom wäre nicht die gleiche Stadt ohne die Wespe. Ohne ihr Knattern. Und das Verkehrschaos, das sie mit verursacht, weil sich Vespa-Fahrende durch die Autoschlangen und engen Gassen hindurchquetschen, wenn sich auch nur die kleinste Lücke auftut.

Sie hat immer einen Hauch Nostalgie, einen Hauch Nachkriegszeit in ihrem Schlepptau. Die wilden 50er, Petticoats und Elvis, Aufbruchstimmung, Rock'n' Roll und Röhrenhosen, Pomade im Haar und die Sehnsucht nach Urlaub in Italien, einem Stück Dolce Vita. Und sie ist immer auch ein Stück Unabhängigkeit, denn schließlich kann man als Vespafahrer/in dem Elterntaxi und Bus und Bahn „ciao!“ endlich sagen. Die Vespa wird 2026 stolze 80 Jahre alt.

Vespa brachte Mobilität der Frauen ganz weit nach vorne

Sie ist eine Omi. Aber eine mit Umdrehungen. Die Vespa ist aus Rom nicht wegzudenken, aber sie stammt eigentlich aus dem toskanischen Pontedera, in der Nähe von Pisa. Sie wird dort bis heute teilweise produziert. Die Italiener und Italienerinnen (denn der kleine Roller brachte weibliche Mobilität enorm nach vorne) lieben ihre Vespa immer noch heiß und innig, aber auch im Ausland bleibt sie ein Renner, auch bei den ganz jungen Leuten. „Es passiert oft, dass eine Vespa vom Vater an den Sohn weitergegeben und so gut gepflegt wird, dass sie viel länger überlebt, als es für ein Fahrzeug normal wäre“, erklärt Piaggio Marketingchef Davide Zanolini in einem Interview. „So wird sie zum Kultobjekt, zum wahren Sammlerstück.“

Heute sind Zulassungszahlen bei den jungen Leuten in Italien leicht rückläufig, gestiegene Versicherungs- und Energiekosten waren Schuld, aber die Jugend steigt auch verstärkt um auf E-Bikes und E-Scooter. Dafür mieten sich immer mehr Touristen eine Vespa und die ältere Generation macht damit einen herrlichen Ausflug in die Vergangenheit, als vieles noch unkomplizierter war – oder zumindest so schien.

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Die Vespa kann nicht nur knattern, mit ihr lassen sich auch Rekorde aufstellen: 1952 baute der Franzose Georges Monneret eine „Vespa Anfibia“, fuhr ein Rennen Paris-London und durchquerte mit ihr den Ärmelkanal. Spezial-Vespas machten später Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 170 Stundenkilometern, sie durchquerte die Sahara, fuhr durchs Eis in Grönland und der Australier Geoff Dean, fuhr mit ihr einmal um die ganze Welt. Gleich nach Marktreife bildeten sich erste Vespa-Clubs, die sich zu Ausfahrten in der Umgebung trafen. Es gibt sie bis heute und viele planen in diesem Sommer Touren zu Ehren des 80. Geburtstags ihrer kleinen, feinen Wespe, die noch immer mitten ins Herz sticht.

Que bello! EXPRESS-Redakteur erfüllt sich Kindheitstraum

EXPRESS-Redakteur Oliver Reuter kam erst spät zu seiner ersten Vespa. Tat der Liebe aber keinen Abbruch.

EXPRESS-Redakteur Oliver Reuter auf der Vespa seiner Tochter

Copyright: Oliver Reuter

EXPRESS-Redakteur Oliver Reuter in den Weinbergen an der Ahr auf der Vespa seiner Tochter.

„Meine Vespa-Leidenschaft begann in meiner Schulzeit, als ältere Schüler – und vor allem hübsche Schülerinnen – auf meist roten Rollern aufs Gelände fuhren. Viele hatten Italien-Flaggen an Seitenkasten oder Helm kleben, was zu Zeiten unseres Lippstädter Lokalhelden Karl-Heinz Rummenigge bei Inter Mailand einen zusätzlichen Reiz auslöste. So ein heißes Teil wollte ich auch. Das Dumme: Ich hatte zuvor das kindliche Äquivalent zur Vespa gefahren, das Bonanzarad, und war damit so wild durch Nachbarschaft und Wälder gefegt, dass mir meine Eltern eine Vespa aus Selbstschutz nicht genehmigten. So musste ich Mitschülern neidvoll beim Vespa-Fahren zusehen, konnte so aber zumindest auf den Auto-Führerschein sparen. Mit dem eigenen gebrauchten BMW war dann die Vespa erstmal passé. Bis die eigene Tochter die Vespa für sich entdeckte. Da konnte ich natürlich zwei Wespen mit einer Klappe schlagen – und ihr (und auch mir) den Wunsch erfüllen: Die Tochter düst mit unserer roten Vespa zur Schule, zum Freund, in die Stadt - der Papa fährt zum Fußball oder cruist auch mal ins Ahrtal (Foto oben). Bei azurblauem Himmel kommen da zwischen den Weinbergen italienische Gefühle auf. Bella Vespa, wir werden noch viel Spaß zusammen haben!“.

Auch viele Prominente aus Film und Musik liebten und lieben die Vespa – welche das sind, zeigen wir in der Bildergalerie oben.

Ein Boot fährt bei Sonnenschein über einen See.
Mysteriöses Drama
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