Ski-Urlaub trotz Corona? Lauterbach schießt gegen Österreichs Bundeskanzler

Karl Lauterbach bei „Maybrit Illner“ am 9. September 2021 in Berlin

Karl Lauterbach, hier bei „Maybrit Illner“ am 9. September 2021 in Berlin, sieht die anstehende Après Ski-Saison kritisch.

SPD-Politiker Karl Lauterbach hat die Äußerungen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz kritisiert. Es geht um die bevorstehende Wintersaison mit Après-Ski-Feiern.

Berlin. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält mit seiner Meinung nicht zurück. Der Politiker sieht aktuell die Äußerungen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz bezüglich der bevorstehenden Wintersaison in dem Alpenland kritisch.

Kurz hatte zuvor Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt.

„Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen – auch nicht der österreichische Bundeskanzler“, mahnte Lauterbach in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag).

Lauterbach sieht Après-Ski kritisch, Kritik an Österreichs Kanzler Kurz

Karl Lauterbach erklärte, er würde aus heutiger Sicht „eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern“ und verwies auf Impfdurchbrüche.

„In Innenräumen haben wir jetzt schon viele Ansteckungen auch unter Geimpften. Diese Fälle werden noch zunehmen, wenn der Impfschutz nachlässt.“ Ob Après-Ski überhaupt möglich sein werde, hänge nicht zuletzt von Booster-Impfungen oder von weiterentwickelten Impfstoffen ab, merkte der Gesundheitsexperte an.

Bundeskanzler Kurz: Sicherem Urlaub in Österreich steht nichts im Weg

Sebastian Kurz hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) gesagt, dass er eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich halte.

Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden anstatt der aktuell geltenden 3G-Regel nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er an.

„In Österreich sind über 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung geimpft. Die überwiegende Masse der Touristen, die zu uns kommen wollen, sind ebenfalls geimpft. Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege.“

Ischgl wurde 2020 zum Corona-Hotspot – Klage gegen Österreich

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag (17. September 2021) wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt.

Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl seinen Urlaub verbrachte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war.

Die Republik weist die Vorwürfe von sich. (dpa, jba)

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