Irres Projekt in Kalifornien Polizei soll Kriminelle bezahlen, um niemanden zu erschießen

Die Zahl der Schusswaffen-Opfer in Kalifornien (hier ein Polizeieinsatz nach einer Schießerei 2019) steigt von Jahr zu Jahr weiter an.

Die Zahl der Schusswaffen-Opfer in Kalifornien (hier ein Polizeieinsatz nach einer Schießerei 2019) steigt von Jahr zu Jahr weiter an.

San Francisco erstickt unter einer brutalen Verbrechenswelle. Ein Projekt will nun Geld für Kriminelle auszahlen, wenn sie niemanden erschießen.

San Francisco. Es klingt nach Fake-News oder einem schlechten Scherz: Kriminelle bekommen Geld vom Staat ausgezahlt, wenn sie niemanden mit der Waffe erschießen. In Kalifornien soll diese völlig absurd anmutende Idee schon bald Realität werden. Ab Oktober startet ein Projekt fürs Nicht-Erschießen in San Francisco.

Projekt in San Francisco zahlt ausgewählten Kriminellen Geld fürs Nicht-Erschießen

Das Projekt soll zunächst zehn ausgewählte Personen in San Francisco befassen. Sie werden von der Stadtverwaltung und der Polizei anhand von festgelegten Kriterien gezielt identifiziert und für die Teilnahme angeworben.

Bei den Test-Personen soll es sich um sogenannte Gefährder handeln. Darunter fallen Bürger, die in der Vergangenheit schon häufiger im Zusammenhang mit Straftaten auffällig geworden sind. Nach Einschätzung der Behörden sollen sie in Verdacht stehen, eine Waffe zu besitzen und sie auch gegen jemanden einsetzen könnten.

Ab Oktober sollen diese Teilnehmer dann monatlich bis zu 500 Dollar vom Staat erhalten, wenn sie mit ihrer Waffe niemanden erschießen. Zudem sollen sich die Personen nach dem Erhalt des Geldes als „Botschafter der öffentlichen Sicherheit“ verhalten.

Prämie fürs Nicht-Erschießen: Beauftragte erklärt Erwartungen an Teilnehmer

„Von den Teilnehmenden erwarten wir, dass sie sich in Gesprächen mit dem Thema Öffentliche Sicherheit auseinandersetzen. Sie müssen sich selbst Ziele setzen. Außerdem sollen sie in ihrem Stadtteil auftreten und mit den Leuten vor Ort reden“, erklärt Sheryl Davis gegenüber dem Lokalfernsehen von ABC7. Davis betreut das Programm für die Stadt San Francisco.

Die Strategie, Privatpersonen quasi als Botschafter des Friedens in den Problem-Vierteln zu rekrutieren, klingt zwar abenteuerlich, doch vermutlich ist es auch die desaströse Entwicklung in dem US-Staat, welche die Behörden zwingt, neue Wege zu bestreiten.

Prämie fürs Nicht-Erschießen bereits erfolgreich getestet

Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden in San Francisco 26 Morde begangen und 119 Menschen bei Schusswechseln angeschossen. Die Zahl der Schusswaffen-Opfer hat sich damit in kürzester Zeit mehr als verdoppelt. Dabei erstickt die einstige Traumstadt schon längst unter einer brutalen Verbrechenswelle.

Zudem ist die Idee eine Prämie fürs Nicht-Erschießen nicht ganz neu. In Richmond, einem Vorort von San Francisco, wurde das Programm bereits getestet. Offenbar mit großem Erfolg. Schießereien und Morde seien um 70 Prozent zurückgegangen, erklärt David Muhammad gegenüber ABC7. Muhammad leitet eine gemeinnützige Organisation und hat den Test verfolgt. (jv)

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