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Känguru-Baby im PulloverNach Tod der Mutter: Tierpark-Chefin wird zur Ersatz-Mama

Tierpark-Chefin zieht Känguru-Baby im Pulli auf

Copyright: Armin Weigel/dpa

Känguru Elli schaut aus dem Pulli von Tierpark-Chefin Nicole Hoffmeister. Sie zieht das verwaiste Jungtier groß.

Känguru-Waise Elli hat ein neues Zuhause: im Pulli.

Ein winziges Känguru-Baby namens Elli hat ein neues Zuhause gefunden – in der Pullovertasche von Nicole Hoffmeister, der Leiterin des Tierparks. Diese herzerwärmende Szene hat jedoch einen ernsten Grund.

Wenn die Chefin des Tierparks Abensberg (Landkreis Kelheim) aus dem Kassenbereich kommt, sieht man zunächst nur zwei flauschige Ohrenspitzen. Die kleine Elli macht es sich darin wohlig warm. Dann reckt das Mini-Beuteltier neugierig sein Köpfchen heraus und schaut in die Welt. Seine Vorderpfoten stützt es dabei am Saum der Tasche ab.

Ein 24-Stunden-Job für Baby-Känguru Elli

Die Notlösung wurde nötig, da Ellis leibliche Mutter wegen einer schweren Krankheit eingeschläfert werden musste. Seit ungefähr sechs Wochen ist der Pullover das neue Heim für das etwa ein Kilogramm leichte Tierbaby. „Die Aufzucht von Elli ist ein Fulltime-Job“, teilt Hoffmeister mit.

Das kleine Beuteltier erhält alle drei Stunden ein Fläschchen mit spezieller Milch für Kängurus. Der Wecker läutet dafür sogar mitten in der Nacht um 03.00 Uhr. Und falls die Tierpark-Chefin mal eine Mütze voll Schlaf braucht, übernimmt ihr Gatte die nächtliche Fütterung.

Berühren verboten – Schutz vor Keimen

Ob bei der Versorgung der anderen Parkbewohner, bei Telefonaten oder sogar beim privaten Einkauf – die kleine Elli ist quasi immer mit von der Partie. Parkbesucher reagieren begeistert, aber eine Sache ist absolut tabu: das Tier zu berühren. Kängurus reagieren äußerst sensibel auf diverse Krankheitserreger. „Nicht nur wegen des fremden Geruches, sondern wegen der Ansteckungsgefahr“, betont Hoffmeister.

Für die Nachtruhe zieht Elli in einen Kopfkissenbezug um, der neben ihrer Ersatzmutter liegt. Normalerweise schlummert das Känguru-Mädchen tief und fest. Manchmal wird sie aber auch munter. „Dann macht sie ein paar Hopser oder putzt sich“, erzählt Hoffmeister. „Dann schläft sie aber wieder weiter.“

Das große Ziel: Zurück zur Känguru-Familie

Draußen im Gehege darf die kleine Elli noch nicht umherspringen. Ihre ersten Hüpfversuche unternimmt sie aber schon unter Aufsicht im Inneren eines Gebäudes. Nach ein paar ausgelassenen Sprüngen kehrt das Mini-Känguru aber schnell wieder in die Geborgenheit des Pullovers zurück. „Da drin ist es eben schön kuschelig“, meint ihre menschliche Ziehmutter.

Hoffmeister rechnet damit, dass ihre Aufgabe als Ersatz-Mama bis August oder September andauern wird. Anschließend ist die Integration von Elli in die Känguru-Herde des Parks geplant. Dort gibt es bereits drei andere Jungtiere, die ungefähr im gleichen Alter sind. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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