„Gefährlich“ Nach Kritik wegen Sex im Swinger-Club – Journalistin meldet sich zu Wort

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Louise Fischer vom dänischen Sender „Radio 4” (hier auf einem privaten Foto zu sehen) berichtete über die Wiedereröffnung eines Swingerclubs nahe der Hauptstadt Kopenhagen. In dem Bericht sind eindeutige Sexgeräusche zu hören, als Fischer während des Geschlechtsverkehrs ihren Partner interviewt.

Kopenhagen/Aarhus – Für ihren Job gibt sie alles – wirklich alles. Für eine Reportage über die Wiederöffnung eines Swingerclubs nach der Corona-Zwangspause gab die dänische Journalistin Louise Fischer vollen Körpereinsatz – und hat während ihres Interviews Sex. Ein Aufnahmegerät hat alles aufgezeichnet. Die Geschichte sorgte für großes Aufsehen in Dänemark. Nun hat sich Fischer am Sonntag (30. Mai) nach Kritik einiger Kollegen auf Instagram gerechtfertigt.

  • Dänische Journalistin hat Sex während ihres Interviews
  • Dabei lief ein Aufnahmegerät mit
  • Die besondere Reportage sorgt in Dänemark für Aufsehen

Es sollte eigentlich nur um die Wiederöffnung eines Clubs nahe der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gehen. Doch es wurde so viel mehr. Louise Fischer vom dänischen Sender Radio 4 besuchte für ihren Bericht einen Swingerclub, der erstmalig nach der Corona-Zwangspause wieder öffnen durfte.

Und das tat sie mit voller Leidenschaft: In dem ausgestrahlten Bericht, der in Teilen auch auf Twitter zu hören ist, sind eindeutige Sexgeräusche zu hören. Fischer interviewt ihren Gesprächspartner, während sie Sex mit ihm hat:

„Die Swinger-Szene ist sehr verschlossen“, sagte Fischer dem Nachrichtenportal „SVT“ zur Erklärung. Sie habe daher eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen wollen.

Und was ist vertrauensvoller, als zusammen Sex zu haben?

Louise Fischers Programmchefin jedenfalls lobte den Einsatz ihrer Kollegin. „Ich finde es cool, wenn unsere Reporter damit experimentieren, Journalismus auf andere Weise zu machen“, sagte Tina Kragelund dem Portal.

Fischer habe von Radio 4 grünes Licht bekommen, selbst für die Reportage aktiv zu werden – so sie es denn selbst will. Fischer erklärt: „Wir sind tiefer in eine Szene eingestiegen, als wir es getan hätten, wenn wir sie nur von außen betrachtet hätten.“ Auch die Rückmeldungen der Hörer seien zum großen Teil positiv gewesen.

Journalistin hat Sex während ihres Interviews: „Sie haben angefangen, meinen Körper zu berühren“

Aber was genau ist während des Interviews passiert? Fischer erklärt dem dänischen Magazin „B.T.“: „Da war ein großes Bett in der Mitte des Zimmers, zu dem sie mich eingeladen haben. Sie wollten zeigen, was man in einem Swingerclub so tun kann. Dann haben sie angefangen, meinen Körper zu berühren.“

Die Berührungen wurden intensiver, es kam zum Sex. Die Journalistin habe dann mitgemacht. Auf der Tonaufnahme hört man nicht nur das Stöhnen von Fischer, sondern von gleich mehreren Personen. Nebenbei stellt die Journalistin immer wieder Fragen.

„Für mich ist es ganz natürlich. Es gehört zu meinem Job, Menschen einen Einblick in eine Welt zu geben, zu der nicht jeder Zugang hat.“

Journalistin hat Sex während ihres Interviews: Einige Kollegen üben Kritik

Auch Chefin Kragelund erklärt, dass dieser Einsatz typisch für ihre Kollegin sei. Trotzdem gibt es einige Journalisten, die kritisieren, Fischer habe für ihre Arbeit eine Linie überschritten. Reporter sollten sich nur selbst einbringen, wenn es keine andere Möglichkeit gebe für eine investigative Recherche.

Nach Kritik an Sex im Swinger-Club meldet sich Luise Fischer auf Instagram

Nach der Kritik einiger Kollegen hat sich Fischer am Sonntag (30. Mai) auf dänisch auf ihrem Instagram-Profil zu Wort gemeldet.

Auf dem Foto ist sie lachend im Grünen zu sehen. Ihre Haare trägt sie offen, dazu ein knallpinkes Kleid. In der Hand hält sie ein Weinglas und lächelt dabei. Mit dem Foto zeigt sie offenbar: 'Hey, mir geht es trotz der Kritik an meinem Sex-Interview gut.'

Dazu schrieb sie: „Kannst du offen über Sex und deine Wünsche sprechen? Das kann ich nach der Debatte der letzten Tage bezweifeln. Ich meine, natürlich kannst du frei über Sex reden, wenn du willst. Und wenn du keine Lust dazu hast, dann ist es völlig in Ordnung, es für sich zu behalten. Aber eine Überempfindlichkeit gegenüber unserer eigenen Sexualität und unserem Antrieb ist gefährlich. Zumindest bin ich der festen Überzeugung, dass man machen kann und sollte, was man will. Dann macht das Leben viel mehr Spaß.“

Unter Fischers Post häufen sich auch wohlwollende Kommentare für die Journalistin:

  • „Ich habe deine Geschichte gelesen und dafür habe ich ausschließlich Respekt!“
  • „Respekt! Mach' was immer du willst. Es ist dein Leben!“
  • „Du bist nun auch sehr berühmt in Brasilien. Glückwunsch für deinen Bericht. Ich bin auch Journalistin und fand den Beitrag bemerkenswert.“
  • „Mache immer, was du machen willst. Du lebst nur einmal!“

Zumindest hat Fischer eines mit ihrem Bericht erreicht: Weltweite Aufmerksamkeit. (mg/volk)

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