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Mord, Lügen und ein TestamentNeuer Grisham-Thriller zerreißt Kleinstadt-Idylle

Autor John Grisham

Copyright: Loic Venance/AFP/dpa

Mit der Geschichte eines verzweifelt um seine Unschuld kämpfenden Anwalts hält der Bestsellerautor der US-Justiz den Spiegel vor. (Archivbild)

Wegen eines letzten Willens steht ein Anwalt plötzlich als Mörder da.

Ein Jurist riskiert in „Das Vermächtnis“ einfach alles: seine Existenz, seine Liebsten und seine Zukunft.

John Grishams neuester Roman, „Das Vermächtnis“, führt die Leser in ein Kaff in Virginia, das nur auf den ersten Blick friedlich ist. Denn ein spektakulärer Prozess sorgt für landesweites Aufsehen und droht, die Existenz eines Mannes vollständig zu vernichten.

Die Geschichte dreht sich um den lokalen Juristen Simon Latch. Obwohl er sich auf Erbangelegenheiten spezialisiert hat, ist er finanziell am Ende. Und auch privat sieht es düster aus: Spielsucht, ein Haufen Schulden und eine zerbrochene Ehe machen ihm das Leben schwer.

Tödliches Erbe: Ein Anwalt gerät in die Falle

Die Hoffnung keimt auf, als die Seniorin Eleanor Barnett seine Kanzlei aufsucht. Zuerst sieht alles nach einem Standardjob aus, doch dann die Überraschung: Simon entdeckt, dass die kinderlose Witwe wohl ein gewaltiges Aktienpaket ihr Eigen nennt. Die Verlockung, als Nachlassverwalter ordentlich mitzuverdienen, ist riesig. Das Problem: Konkrete Nachweise für die Millionen sind kaum aufzutreiben.

Kaum ist der letzte Wille unterschrieben, kommt es zur Katastrophe: Eleanor stirbt nach einem Autounfall in der Klinik – die offizielle Diagnose lautet Lungenentzündung. Doch dann gibt es, so meldet die „dpa“, Anzeichen für Gift. Und der Verdacht fällt sofort auf Simon Latch. Schließlich würden ihm das vorteilhafte Testament und seine Finanzsorgen ein klares Motiv liefern.

Albtraum Justiz: Wer ist der echte Killer?

Damit fängt für Simon der pure Horror an. Er landet im Knast, wird öffentlich als Scheusal gebrandmarkt und seine Familie muss fliehen. Seine Situation scheint hoffnungslos. Doch dann geschieht das Unerwartete: Ein prominenter Verteidiger nimmt sich seines Falles an, weil er von Latchs Nichtschuld überzeugt ist. Der Kampf um Gerechtigkeit startet.

Jetzt gewinnt die Story enorm an Tempo. Grisham führt die Leser mit cleveren Manövern in die Irre und tischt eine ganze Palette an möglichen Tätern auf, die alle ein handfestes Motiv hätten. Plötzlich wirft sogar die Verstorbene selbst einige Fragen auf und erscheint in einem dubiosen Licht.

Geniale Figuren, aber ein laues Finale?

Was das Buch wirklich auszeichnet, ist die komplexe Gestaltung der Protagonisten. Nichts ist nur schwarz oder weiß. Hauptfigur Simon ist mit seinen menschlichen Makeln kein leuchtendes Vorbild, entwickelt sich aber zu einem faszinierenden Antihelden. Und es zeigt sich: Auch scheinbar nette ältere Frauen können ein dunkles Geheimnis haben.

Der große Haken an der Geschichte ist Kritikern zufolge aber das Ende. Dieses kommt zwar unerwartet, wird aber als enttäuschend, beliebig und uninspiriert beschrieben. Von einem Bestseller-Autor wie Grisham hatten sich viele einen stärkeren Schlussakkord erhofft. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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