Gibt es doch noch Hoffnung für den bei Wismar vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal?
Hoffnung für Wal „Timmy“?In den nächsten Stunden entscheidet sich sein Schicksal
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Es sind kleine Hoffnungsschimmer, doch sie lassen das Herz derer höher schlagen, die um das Leben des bei Wismar vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals kämpfen.
Zum einen prüft das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern, ob das Tier von einem Katamaran aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden könnte. Zum anderen steigt der Wasserstand in der Bucht entgegen der Prognose. Bis Dienstagmittag soll sich der Stand laut Vorhersage auf fast 40 Zentimeter über dem Normalwert einpendeln.
Gesundheitsgutachten entscheidet über Schicksal des Wals
Aus eigener Kraft wird sich der Wal allerdings nicht befreien können. Dafür ist „Timmy“ einfach zu schwach. In den nächsten Stunden entscheidet sich sein Schicksal. Denn Voraussetzung für einen Transport in tieferes Wasser ist ein gesundheitliches Gutachten zum Wal. Dieses soll bis Dienstag (7. April) vorliegen.
Es müsse geprüft werden, ob er überhaupt eine Überlebenschance habe, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in einem Interview des Senders News5. Aktuell gehe es ihm aber „wirklich ganz schlecht“. Fällt das Gutachten negativ aus, wird der Wal sterben. Backhaus hatte bereits betont: „So lange er lebt und kämpft, hat er ein Recht darauf, dass wir versuchen, ihm zu helfen.“
Derzeit sieht es leider so aus, als würde er einen Bergungsversuch mit schweren Geräten nicht überleben. „Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt würde“, erklärte Backhaus am Montag.
Auch am frühen Ostermontag war der Zustand des Säugetiers weiter unverändert. Wie das Umweltministerium mitteilte, atmete der Wal noch immer regelmäßig alle zwei bis vier Minuten. Die Polizei sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den Wal zu beobachten.
Wird der Wal jetzt zur Gefahr für die Umwelt?
Nicht nur der Wal, auch die Umwelt ist womöglich in Gefahr. Die Wasserqualität beim in der Bucht vor Wismar gestrandeten Buckelwal soll daher untersucht werden. „Es soll damit geprüft werden, ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht“, teilte Till Backhaus mit. Am Ostersonntag hatte der Umweltminister Backhaus bereits bekanntgegeben, dass der geringe Salzgehalt der Ostsee dem zwölf Meter langen Tier erheblich zusetze.
Der verletzte Buckelwal war in der vergangenen Woche vor Wismar gestrandet. Am Mittwoch waren die Rettungsversuche eingestellt worden und nach Angaben von Experten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Der Wal soll am Dienstag erneut von Fachleuten begutachtet werden. (dpa)

