Abo

Wolfs-Drama in HamburgJetzt fordern 16.000 seine Freiheit

Mann, Frau, Wolfshunde und Hund

Copyright: IMAGO / BREUEL-BILD

Mann, Frau, Wolfshunde und Hund

Ein Wolf mitten in Hamburg, eine Frau verletzt. Und jetzt? Die ganze Stadt fragt sich: Was wird aus dem Tier?

Der Wolf ist weggesperrt, doch die Diskussion kocht hoch. In einer Auffangstation für Wildtiere bei Sachsenhagen in Niedersachsen halten die Behörden das Tier fest. Tierschützer fordern aber seine sofortige Freilassung. Eine Online-Petition mit dem Namen „Freiheit für den Hamburger Wolf“ sammelte bis diesen Montag die Stimmen von über 16.000 Unterstützern.

Rund 150 Tierfreunde kamen am Sonntagnachmittag zu einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg zusammen, um für das Tier zu kämpfen. Auf Schildern stand etwa „Lasst ihn zurück in seine Freiheit“ und „Ich bin keine Trophäe“. Die Wut der Leute zielt vor allem auf Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Ihr wird vorgeworfen, den jungen Wolf als Gefahr gebrandmarkt zu haben. Ein Redner brachte es auf den Punkt: „Von einer Umweltsenatorin erwarten wir mehr Kenntnis über Wölfe“. Auch große Umweltverbände wie Bund und Nabu wurden kritisiert, da sie sich laut den Aktivisten „wegducken“ würden. Das berichtet „FOCUS online“.

Massive Kritik an Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne)

Was ist da eigentlich los gewesen? Der junge Wolf war am letzten Montagabend in eine Shopping-Passage in Altona geraten. Dort wurde eine Frau im Alter von circa 60 Jahren verletzt. Danach rannte das Tier kilometerlang durch Hamburgs Zentrum und landete am Ende in der Binnenalster. Die Polizei konnte ihn dort fassen.

Aber wie lief die Attacke genau ab? Die Umweltbehörde vermutet, die Frau sei gebissen worden, als sie dem panischen Wolf vermutlich durch die Automatiktüren nach draußen verhelfen wollte. Doch daran gibt es erhebliche Zweifel von Tierschützern. Sie führen eine Zeugin an, eine Geschäftsfrau aus der Passage, die dem „Hamburger Abendblatt“ berichtete: „Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen.“ Dass die Frau nur leichte Verletzungen davontrug, spreche ebenfalls gegen einen echten Biss, meinte eine Sprecherin bei der Demonstration.

Hat der Wolf wirklich zugebissen?

Die Antwort auf die Biss-Frage ist entscheidend für das Schicksal des Wolfs. Umweltsenatorin Fegebank machte klar, dass ein Tier, das einmal zubeißt, zur Wiederholungstat neigen könnte. Sie betonte: „Wölfe sind Raubtiere“. Nach ihrer Einschätzung gibt es drei Szenarien: die Auswilderung, die aber die Gefahr birgt, dass der Wolf wieder in eine Stadt gelangt, das Einschläfern oder die Verlegung in einen Wildpark.

Experten wie Norman Stier von der TU Dresden schlagen jedoch Alarm: Eine Eingliederung in ein Rudel im Wildpark sei unmöglich. Er verweist auf schreckliche Erfahrungen aus der Lausitz, wo Tiere in solchen Situationen qualvoll starben. Unter den Demonstrierenden heißt es, die Behörde habe sich schon gegen das Töten und für die Auswilderung entschieden. Der Haken sei aber, dass angeblich „kein Bundesland das Tier aufnehmen“ will. Die Umweltbehörde hat das bisher allerdings nicht offiziell bestätigt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Polizei-Absperrband auf Kiesboden

Schock im Griechenland-Urlaub

Balkon stürzt auf Mutter (43) – sie stirbt vor Augen ihrer Kinder