Hinrichtung in Tennessee missglückt: Eine verurteilte Mörderin überlebt die Giftspritze und liegt nun in einer Klinik.
Hinrichtung geht schiefVerurteilte Mörderin überlebt Giftspritze – jetzt liegt sie in Klinik

Copyright: Uncredited/Tennessee Department of Correction/AP/dpa
Die Hinrichtung von Christa Pike lief nicht nach Plan. (Archivfoto)
Aktualisiert:
Ein unfassbarer Vorfall erschüttert Tennessee: Die Exekution von Christa Pike missglückt. Gouverneur Bill Lee reagiert sofort, stoppt die nächste Hinrichtung und fordert eine lückenlose Aufklärung.
Ein Drama in der Todeszelle in Tennessee: Der Plan, die verurteilte Mörderin Christa Pike zu exekutieren, endete im Chaos. Die Behörden des Justizvollzugs beteuern, man habe sich an das übliche Vorgehen bei der Giftspritze gehalten, dennoch versagten die Substanzen ihre tödliche Wirkung. In der Nacht auf den 1. Oktober 2026 kam Pike stattdessen in eine externe Klinik. Ob sie die Nacht überstehen würde, war stundenlang ungewiss.
Personen, die bei der Exekution anwesend waren, schilderten dramatische Momente. Pike habe nach der Gabe der Spritzen über heftige Schmerzen geklagt. Als ein Rettungswagen anrückte, mussten Journalisten den Raum für Beobachter verlassen. Von „unnötigen Qualen“ sprachen die Rechtsbeistände der Verurteilten. Sie bemängelten neben dem Vorgehen auch die problematischen Venen ihrer Mandantin.
Nach Pannen-Exekution: Jetzt greift der Gouverneur durch
Gouverneur Bill Lee kündigte an, dass er eine weitreichende, neutrale Prüfung des Vorfalls in Auftrag gegeben habe. Zugleich setzte er die Exekution von Gary Wayne Sutton aus, die für den 3. Dezember angesetzt war. Lee äußerte sich dazu unmissverständlich: „Die Vollstreckung eines rechtmäßig verhängten Urteils gehört zu den ernsthaftesten Aufgaben des Staates. Die Menschen in Tennessee erwarten, dass sie nicht nur rechtmäßig und verfassungsgemäß, sondern auch wirksam erfolgt“.
Im Jahr 1995 erhielt Christa Pike das Todesurteil für die außergewöhnlich grausame Tötung der 19 Jahre alten Colleen Slemmer. Der Fall fesselt seit beinahe 30 Jahren die Öffentlichkeit und wurde in vielen Dokumentarfilmen aufgearbeitet. Pike hatte zusammen mit ihren Mittätern die junge Frau in ein Waldgebiet nahe Knoxville gelockt, wo sie auf bestialische Weise ermordet wurde. Ihre Exekution wäre die erste einer Frau in Tennessee seit über zwei Jahrhunderten gewesen.
Der extrem gewalttätige Kriminalfall hatte eine lange juristische Vorgeschichte und beschäftigte diverse Gerichte, einschließlich des 6. US-Berufungsgerichts sowie des Supreme Court der Vereinigten Staaten. Diese missglückte Hinrichtung ist nur ein weiterer Vorfall in einer Serie von fragwürdigen Vollstreckungen in diesem US-Staat. (red)

