Sechs Monate war dicht: Jetzt gibt es im Reich der Toten unter Paris wichtige Neuerungen.
Grusel-Ort neu enthülltPariser Katakomben wieder offen – was Besucher jetzt erwartet

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Die Pariser Katakomben entstanden Ende des 18. Jahrhunderts während einer Gesundheitskrise.
Grusel-Alarm in Paris: Katakomben wieder offen – aber die Knochen sind in Gefahr. Skelett an Skelett, aufgetürmt zu Mauern – hier ruhen die sterblichen Überreste von etwa sechs Millionen Seelen. Die weltbekannten Katakomben von Paris haben nach einer Pause von circa einem halben Jahr ihre Tore wieder für die Öffentlichkeit aufgesperrt. Aber über dem schaurigen Ort unterhalb der Metropole schwebt eine ernste Bedrohung.
Die Leiterin des Museums, Isabelle Knafou, betonte laut dpa, dass dieser Ort extrem empfindlich sei. Damit die Gebeine auch für künftige Generationen bewahrt werden können, hat man neue Technologien eingebaut, darunter fortschrittliche Systeme zur Luftbehandlung. Seit die Stätte im Jahr 1809 für Besucher zugänglich gemacht wurde, ist sie einem konstanten Druck ausgesetzt.
Warum die Besucher selbst zum Problem werden
In den klammen Korridoren liegt die Luftfeuchtigkeit bei etwa 90 Prozent. Diese Bedingungen sind ein idealer Brutplatz für Mikroorganismen, die sich auf den Knochenresten festsetzen und diese zersetzen.
Hinzu kommt, dass die bis zu 600.000 Menschen, die jährlich herabsteigen, Kohlendioxid und Keime mit in die Unterwelt bringen. Dadurch wird das sensible Gleichgewicht im Inneren des Tunnelsystems gestört.
Wie aus einer Notlösung ein Grusel-Labyrinth wurde
Ihren Ursprung haben die Katakomben in einer massiven Gesundheitskrise, die Paris am Ende des 18. Jahrhunderts traf. Mitten in der Metropole waren die Friedhöfe derart überbelegt, dass man sie als Gefahr für die Gesundheit der Bürger ansah. Die Stadtverwaltung ordnete daher ab 1786 an, die Überreste von etwa sechs Millionen Verstorbenen in ehemalige Kalksteinbrüche umzubetten.
Was anfangs nur ein riesiges Massengrab war, erfuhr ab 1810 eine kunstvolle Umgestaltung. Man stapelte Schädel und lange Knochen – hauptsächlich von Oberschenkeln und Schienbeinen – zu Wänden, die wie ein schauriges Kunstwerk wirken. Hinzu kamen Tafeln mit Inschriften und nachdenklichen Zitaten. Eine neue, spezielle Ausleuchtung macht jetzt auch Formationen sichtbar, die vorher verborgen blieben, und enthüllt die ganze Dimension dieser Knochen-Architektur. Unter den Millionen von Toten vermutet man übrigens auch die sterblichen Überreste von Prominenten wie dem Dramatiker Molière und dem Poeten Jean de La Fontaine (red).
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